|
Ventill/Poki
(2004, Resonant RESCD 009)
Okay, Leute, ihr dürft träumen, träumen, träumen. Spielt doch Stafrænn Hákon alias Olafur Josephsson jene Musik, die man von Island erwarten darf: Überbordende Streicher treffen auf synthetische Chorpassagen, als habe man alle Chöre der Inselrepublik in den Rechner eingegeben. Und es klingt und rauscht und wallt und schwebt, als ob einem eine Elfe über die Schulter schaut. Eine? Ach, Dutzende, Hunderte, Tausende gar, in gleißendes Licht getaucht, dass man blind zu werden fürchtet. Dazu schwingt und klingt es herzzerreißend; jedes Stück eine Ode an die Welt, an das Universum – an das, was dahinter noch kommen mag.
Gewiss liegt das alles mehr als nahe am Pathos. Und es mag Hörer geben, die sich mit Grausen abwenden und nach einem Gegenmittel rufen. Die kurz Hoffnung schöpfen, wenn Meister Hákon es ein wenig trippeln und kratzen und friggeln lässt. Doch bald schon geht der Blick wieder gen Himmel, der sich öffnet und öffnet und öffnet und nicht enden will. (frk)
|