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Alle Rezensionen zu Nightwish
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Dark Passion Play
(2007, Nuclear Blast 1923-2)

Mit Spannung erwartet: das erste Album mit Tarjas Nachfolgerin. »DARK PASSION PLAY« hat Mastermind Tuomas Holopainen auf Anette Olzon zugeschnitten. Mit mal kristallklarem, mal rockigem Gesang bläst die Schwedin fernab von Opern-Arien frischen Wind ins Hause Nightwish. Als Soundtrack zu »den neuen Nightwish« erschallt der epische Gänsehaut-Opener »The Poet And The Pendulum«: Dort bringt Anette über dreizehn Minuten die gesamten Facetten ihrer Stimme ins Spiel, untermalt von einem ausgefeilten Aufgebot an Orchesterklängen, Chören, hymnischen Harmonien – und dem böse röchelnden Gegenspieler alias Bassist Marco.

Neben gewohnt detailverliebten Bombast-(Metal)-Hymnen liefern die Finnen auf ihrem Siebtling überdies einen echten Thrasher namens »Master Passion Greed« mit Marco am Mikro. Einzig zwei Balladen schwächen den grandiosen Gesamteindrucks des – erneut vom London Symphony Orchester unterstützten – Albums: »Eva« und »Amaranth« erscheinen eine Spur zu phantasielos. Wie wohltuend wirkt dagegen »The Islander«, nur mit Akustikinstrumenten; Marco zeigt sich von seiner sensiblen Seite, Geige und Flöte lassen irische Momente aufblitzen, die ins folgende Lied überfließen. Ja, Nightwish können ihre Hörer noch verzaubern. Bleibt nur die Frage, wie Anette die auf Tarja zugeschnittenen Klassiker live rüberbringt – doch das ist ein anderes Kapitel. (nat)



Siehe auch:
Tarja Turunen
For My Pain
Sethian
Silentivm


Zur DVD-Rezension über Nightwish


Zum Artikel über Nightwish

 Nightwish: Dark Passion Play

Offizielle Website

Offizielle Website      www.nightwish.com

   

End Of An Era
(2 CDs, 2006, Spinefarm SPI300SP)

Die gleichnamige DVD ergänzt Spinefarm mit dem Doppelalbum »END OF AN ERA«. Wer Nightwishs Abschiedskonzert ungestört von den »zügellosen Zooms, Schwenks und Schnitten« der DVD genießen will, greife zu. 18 Songs reihen sich aneinander, davon stammen die meisten aus Tuomas Holopainens Feder.

Ausnahmen bilden Gary Moores »Over The Hills And Far Away«, John Two-Hawks' »Stone People« oder Lloyd Webbers »Phantom Of The Opera«, das längst zu Nightwishs Liverepertoire gehört. Ein Muss für alle Fans, die ein letztes Mal die Finnen in ihrer alten, weltbekannten Besetzung zumindest passiv live erleben wollen. (nat)



Siehe auch:
Erja Lyytinen

   

Highest Hopes – The Best Of Nightwish
(2005, Vertigo/Universal 06024.9873958)

Weihnachten rückt näher. Jede Band die genug Material beisammen hat, schmeißt noch schnell eine Best-Of auf den Markt. Und Material haben die Finnen mehr als genug – das dachte sich auch deren alte Plattenfirma, die Ende 2004 »TALES FROM THE ELVENPATH« veröffentlichte. Im Gegensatz dazu enthält »HIGHEST HOPES« allerdings Stücke von »ONCE«, wie »Wish I Had An Angel« oder »Nemo«, abgesehen von den hinlänglich bekannten Hits. Warum also kaufen?

Als Köder lockt eine Neuaufnahme von »Sleeping Sun« sowie das Pink Floyd-Cover »High Hopes« als Livezugabe. Wem das nicht genügt, den reizt vielleicht der limitierte Doppelpack mit Bonus-DVD: Nightwish geben auf dem M'Era Luna-Festival »She is my Sin«, »The Kinslayer« und »Dead to the World« zum Besten. Übrigens: Kurz nach Veröffentlichung dieser CD setzten Nightwish ihre Sängerin vor die Tür. (nat)



Siehe auch:
Embraze

   

Bestwishes
(2005, Toy's Factory TFCK-87383)

... und täglich grüßt die Best-Of. Nach »TALES FROM THE ELVENPATH« oder »HIGHEST HOPES« schreit auch Japan nach einer Zusammenstellung der Nightwish-Hits. Statt 6 aus 49 spielt die Plattenfirma hier 11 aus 17. Doch elf Songs erschallten schon auf erwähntem »TALES ...«-Album. Bei dem hohen Importpreis sollte der Fan außerdem eines bedenken: Die so genannten »Neuen« hat er möglicherweise schon.

»Ever Dream« findet er auf »HIGHEST HOPES«, »Come Cover Me« zumindest als Live-Mitschnitt auf »FROM WISHES TO ETERNTIY«, »Know Why The Nightingale Sings« auf dem Debüt und »The Riddler« stammt von »OCEANBORN«. Es verbleiben also gerade mal »Crownless« sowie »Beauty & The Beast«. Wer nicht weiß, wohin mit seinem Geld, der ... (nat)



Siehe auch:
Tarot

   

Once
(2004, Nuclear Blast NB 1291-2)

Nach zweijähriger Studioalben-Abstinenz kehren die Opern-Metaller Nightwish zurück: Auf ein erstes Erschrecken – wer ist diese Cowboyhut-Frau, die aussieht wie Cristina Aguilera in ihren besten Zeiten? – folgt die Erlösung: Nightwish bleiben Nightwish. Songwriter Tuomas Holopainen scheint die majestätisch-bombastischen Stücke nur so aus dem Ärmel zu schütteln, denen Tarja Turunen das vertraut theatralische Sahnehäubchen aufsetzt.

Harte Metalriffs zwischen Rammstein und Megadeth sowie der Gesang des Bassisten Marco Hietala im Kontrast zu den herzzereißenden Klängen des London Session Orchestras – bekannt durch z.B. den »Herr der Ringe«-Soundtrack – verleihen »ONCE« unglaubliche Kraft und Spannung. Exemplarisch: »Nemo«, »I Wish I Had An Angel«, »Ghost Love Score«. Und sogar ein Stück mit finnischem Text (»Kuolema Tekee Taiteilijan«) findet sich auf dem sechsten Longplayer der Karalier. (nat)



Siehe auch:
Northern Kings

   

Tales From The Elvenpath
(2004, Drakkar/BMG 82876654782)

Diese »Best Of«-Zusammenstellung könnte auch den Untertitel »The Drakkar Years« tragen, denn elf der fünfzehn Stücke kommen von den Alben »OCEANBORN«, »WISHMASTER«, »OVER THE HILLS AND FAR AWAY« und »CENTURY CHILD«. Vom Debüt »ANGELS FALL FIRST« ist leider kein Song enthalten. Auch hat man die Songs etwas lieblos aneinandergereiht – »Bless The Child« etwa würde eigentlich fließend in »End Of All Hope« übergehen.

Als Trostpflaster entschädigen die seltenen Bonustracks: »Sleepwalker« und »Lagoon« stammen von der »WISHMASTER«-Japan-Pressung; »Nightquest« und »Wayfarer« sind auf der japanischen Ausgabe von »OMCE« enthalten. Fazit: Interessant wohl in erster Linie für neuen Nightwish-Fans, doch die müssen hier auf einige der Hits verzichten. (chd)

   

Live at Summer Breeze 2002 (Bonus-CD zur Limited Edition-DVD »END OF INNOCENCE«)
(2003, Drakkar/BMG 82876571779.3)

Klein aber fein, ergänzt die Bonus-CD die limitierte Auflage DVD »END OF INNOCENCE«. »Over The Hills And Far Away« und »Tenth Man Down« stammen hier live vom Summer Breeze Festival anno 2002, ebenso wie die restlichen vier Tracks.

Man höre etwa die Hit-Single »Sleeping Sun«, die zur Sonnenfinsternis in Deutschland aufgenommen wurde – und sich allein hier 15.000-mal (!) in einem Monat verkaufte. Marco Hietala darf gleichfalls an den Mikroständer und singt mit Tarja im Duett »Dead To The World« oder »Slaying The Dreamer« – na denn: »Hello Summerbreeze, how are you doing?« (nat)



Siehe auch:
Machine Men

   

Century Child
(2002, Spinefarm/BMG DRAKKAR 031)

»CENTURY CHILD« überrascht beim ersten Durchhören ganz gewaltig – leider nicht nur in positivem Sinne. Auch wenn einige der Songs mit einem Orchester aufgenommen wurden, kommen sie bei weitem nicht so bombastisch rüber, wie jene der vorangehenden Silberscheibe »WISHMASTER«.

Die Gitarren klingen um einiges härter, und neben Tarja, die ihre Stimme diesmal leider nur in eher gemäßigten Tonlagen einsetzt, singt auch der neue Bassist Marco Hietala (Ex-Sinergy) im ein oder anderen Lied mit. Trotzdem kommt gelegentlich Langeweile auf. (hog)



Siehe auch:
Kotiteollisuus

   

Over The Hills And Far Away
(2001, Drakkar/BMG 74321.86443.2)

Das übliche Spielchen: Eine Band hat ein paar Live-Mitschnitte, packt ein paar Studio-Songs dazu, fertig ist die Scheibe – und die Kasse klingelt. So auch bei Nightwish. Zweifelsohne klingen die Finnen live genauso stark wie im Studio, allein deswegen sollte man »OVER THE HILLS ...« zumindest gehört haben.

Ihre großen Hits – mit zuweilen etwas ruppigen Übergängen – ergänzen sie um zwei neue Stücke (»Tenth Man Down« und »Away«), um das »Astral Romance«-Remake von »Angels Fall First« sowie um den Titeltrack (Gary Moore-Cover). Übrigens existieren mehrere Ausgaben: Die in Deutschland erschienene von Drakkar enthält als letzten Track »Deep Silent Complete«, die aus Kanada stattdessen »Beauty & The Beast«. (nat)

   

From Wishes To Eternity
(2001, Spinefarm SPI100)

Wirklich vom Feinsten, die Live-Aufnahme des letzten Nightwish-Konzertes der Wishmaster-Tour im finnischen Tampere – diese Qualität schreit förmlich nach Nachbearbeitung, doch egal. Das Quintett vermittelt einen Überblick über die Höhepunkte der vorhergehenden drei Alben: Da dürfen weder »The Kinslayer« noch »She Is Mine« oder »Wishmaster« vom gleichnamigen Album fehlen. Ans Debüt erinnern »Elvenpath« und »Beauty And The Beast«; vom Nachfolger schmeichelt etwa »Sacrament Of Wilderness«.

Als Extra-Leckerbissen mundet die instrumentale Interpretation der Soundtracks von Trevor Rabins »Deep Blue Sea« und Hans Zimmers »Crimson Tide«. Die limitierte CD erschien leider nur in Finnland; parallel dazu veröffentlichten die Finnen eine gleichnamige VHS-Kassette sowie DVD mit Konzertausschnitten, Musik-Videos und Interviews. (nat)

   

Wishmaster
(2000, Spinefarm/Indigo SPI87CD)

Immer wieder mal verkündet Sängerin Tarja Turunen, dass sie einer Karriere als klassische Opernsängerin den Vorzug geben würde. Es wäre wirklich schade um Nightwish – eine der besten Metal-Bands, die mit klassischen Elementen arbeiten.

Auf dem dritten Album »WISHMASTER« findet man eine gut ausgewogene Mischung von langsamen Titeln und flotteren Nummern, allen voran der wirklich geniale und enorm druckvolle Titel-Track, der sich exzellent als würdiger Konzert-Abschluss eignet. Selten gelang die Verschmelzung von kräftig zupackenden Rockgitarren, Keyboardpomp und wirklich begnadetem Operngesang schlüssiger. (hog)

   

Wishmaster
(2000)

Hier bündeln sich allerlei Singles, die der geneigte Fan sonst mühsam zusammen tragen müsste: Den Ohrwurm »Wishmaster« vom gleichnamigen Album besitzen sicherlich die meisten, doch nur wenige nennen »Sleepwalker (Heavy Version)« ihr eigen. »Passion And Opera« – so könnte Frontfrau Tarjas Lebensmotto lauten – schmeichelt den Ohren, doch schon starten die Nightwish-Instrumentalisten extrem heavy mit »Nightguest« durch.

Noch einmal gehen die Finnen mit »A Return To The Sea« beschaulich zu Werke, bevor der letzte Song »Once Upon A Troubadour« mit Akustikgitarre und ergänzendem männlichen Gesangspart leise verklingt. Wer noch nicht genug hat, der betrachte die Video-Extras: »Sleeping Sun« plus »Sacrament Of Wilderness (Live)«. (nat)

   

Sleeping Sun
(EP, 1999, Drakkar/Sony BMG 111-2)

Das von Mastermind Tuomas Holopainen geschaffene und von Tarja perfekt intonierte »SLEEPING SUN« avanciert hierzulande zu einer Art inoffiziellem Soundtrack zur Sonnenfinsternis in Deutschland.

Neben dieser Originalaufnahme, die Nightwish später für ihre Best-Of »HIGHEST HOPES« neu aufnehmen, verleihen drei weitere Stücke der Maxi fast den Rang einer EP: »Angels Fall First« vom gleichnamigen Erstling, sowie »Walking In The Air« und »Swanheart« vom Nachfolger »OCEANBORN« vervollständigen die Balladensammlung der Finnen. (nat)

   

Oceanborn
(1998, Spinefarm SPI67SP)

Volltreffer in Suomi: Wochenlange »Pole Position« für den Keyboard-dominierten Song »Sacrament Of Wilderness« sowie Platz fünf für das zugehörige zweites Album. Das war keine Zauberei, sondern harte Arbeit im wahrsten Sinne: Bereits »Stargazers« imponiert durch druckvolles Schlagzeugspiel, wieselflinke Gitarren und die vertraut pompöse Frontfrauen-Stimme: Tarja belegt auf »OCEANBORN«, dass sie die uneingeschränkte Herrscherin über tausendundeine Stimmlage ist.

Eher Nightwish-untypisch, aber nicht minder heavy präsentiert sich das Duett von Tarja und Tapio Wilska namens »Devil & The Deep Dark Ocean« unter Dauerbeschuss von Jukkas Double-Bass. Im Kontrast dazu kommen allerdings auch zwei Killerballaden daher sowie ein Instrumentalstück - einfach gigantisch!
(nat)

   

Angels Fall First
(1997, Spinefarm SPI47CD)

Mitten in der Experimentierphase stecken sie, die kreativen Finnen: »ANGELS FALL FIRST« pendelt zwischen ägyptisch-orientalischen (Flöten)Klängen bei »Tutankhamen«, fast akustisch-lieblichen Melodien, einer finnischsprachigen Ode an Lappland in »Lappi« und auffallend Heavy-orientierten Songs, teils mit hohem männlichem Gesangsanteil.

Tonangebend jedoch bleibt immer Opernröhre Tarja, deren schlimmster Alptraum es wäre, »morgens aufzuwachen und stumm zu sein« – welch ein Verlust für die Musikwelt! Nightwishs musikalischer Auftakt verhallt abseits Finnlands allerdings nahezu ungehört, doch in ihrer Heimat erreicht die vorab veröffentlichte Single »The Carpenter« immerhin Platz acht. (nat)



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