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Alle Rezensionen zu Gus Gus
(Genre »Beats«, Land »Island«)

 

Forever
(2007, PIAS/Groove Attack PINECD003)

Discotime! Waren Alben wie »POLYDISTORTION« oder »THIS IS NORMAL« noch geprägt von stilistischer Vielfalt und Experimentierlust, so zeigt sich das eigentlich zwölfköpfige, im Kern jedoch nur aus Biggi Veira, Earth und President Bongo bestehende Künstlerkollektiv nun konsequent clubtauglich: Nach Achtzigern tönende Drum-Machines werden flankiert von blubbernden Analog-Bässen; Soul-Stimmen verlieren sich Hallwelten, und es wird heftig an Filtern und anderen Modulationsreglern gedreht.

Nachteilig: Der gewohnte Abwechslungsreichtum blieb auf der Strecke; während der ersten CD-Hälfte meint man oft den immer gleichen Song zu hören, gespickt mit Rave-Klischees und Techno-Trash. Doch dann versöhnen reduzierte Deephouse-Tracks wie »Porn« oder der Hit-Anwärter »Moss«. Manchmal simpel und schrottig, das Ganze, dann wieder nett auf der Retro-Tanzfläche hopsend. Mit den früheren GusGus hat das jedoch nicht viel zu tun. (peb)



Siehe auch:
Daniel Ágúst

 Gus Gus: Forever

Offizielle Website

Offizielle Website      www.gusgus.com/

   

Attention
(2002, Underwater/Zomba H2020)

Sehr zeitgemäß und äußerst unkitschig tönt diese isländische Verbindung von Techno, Dance und Pop. Musikalisch zeigt man sich gewohnt reduziert; unterkühlte, elektronische Beats und sparsam dosierte Melodien dominieren das Erscheinungsbild. Weiblicher Gesang und nette Spielereien wie beispielsweise die Gitarre beim Opener »Unnecessary« brechen den selbst auferlegten Minimalismus hier und da auf und sorgen so für unwiderstehlichen Popappeal.

DJs sollten Song-Perlen wie »Call Of The Wild« und »David« in ihre Repertoire aufnehmen, denn »ATTENTION« qualifiziert sich mit seinem smarten Sounddesign und dem minimalen Chic als eines der exquisitesten und unkonventionellsten Dancealben Islands. (chd)

   

This Is Normal
(1999, 4AD/Rough Trade 120.2150.2)

Als die neunköpfige Formation Gus Gus eher durch Zufall ihr Debüt »POLYDISTORTION« veröffentlichten, landeten sie damit gleich einen Volltreffer. Es schien, als hätte die Welt nur gewartet auf diesen eigenartig hitzig-unterkühlten Beat-Cocktail.

Wirkte der Vorgänger noch als vollendetes Gesellenstück, so dürfen sich Gus Gus mit »THIS IS NORMAL« den Meisterbrief an die Wand hängen: Ihr formvollendeter Grenzgang zwischen Dancefloor und Space-Pop tänzelt mal leichtfüßig und schwerelos daher, dann wieder schwelgt er in den prächtigsten Balladen seit Streichergedenken, und immer wieder stampft er natürlich saftig-soulig und mit blubbernden House-Beats über den Dancefloor. Und wenn »THIS IS NORMAL« eines nicht ist, so das: normal. Massive Attack, Beck, Madonna und die Beastie Fans zählen angeblich zu ihren Fans. Wer nicht, sollte man angesichts dieses Albums fragen? (peb)

   

Polydistortion
(2 CDs, 1997, 4AD/Rough Trade 120.2057.2)

Am Anfang stand die Künstlergemeinschaft: Filmer, Designer sowie DJs, Dichter und ein Photograph fanden sich unter dem Logo Gus Gus zusammen und stürzten sich in dies und das. Bald entdeckte man, dass man als Band-Projekt besonders kreativ und im nächsten Schritt auch recht erfolgreich sein würde. Dabei zeugt ihr erstes Album »POLYDISTORTION« beeindruckend von der Kraft der Anfangsjahre der elektrisch-elektronischen Tanzmusik.

Viele Songs sind noch nicht so austariert und durchgerechnet wie spätere Produktionen; andere hatten sogleich das Zeug zum Klassiker. Genug Platz ist auch für Stilexperimente und Nebenwege. Ganz wunderbar zeigt sich der Einfluss der Sängerin, der spröde und zurückhaltend auf zugrunde liegende Rockgefilde verweist. Eine zweite hinzugefügte EP mit Remixes verstärkt den Genuss. (frk)



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