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Alle Rezensionen zu Afenginn
(Genre »Folk«, Land »Dänemark«)

 

Akrobakkus
(2006, Tutl SHD 76)

Ein bisschen war es zu befürchten: dass die Mannen um und von Afenginn dann doch der Versuchung erliegen, eine pure Spaß-Humppa-Kraftboller-Band zu werden. Und so finden sich auf ihrer zweiten Scheibe jede Menge brachialer Tanzstücke, bei denen der Tanzboden zwar schwanken und am Ende splittern mag, allerdings diverse Feinheiten in musikalischem Ausdruck und spielerischem Vermögen in die Binsen gehen. Etwa so, als ob Eläkeläiset zu viel Kosakenkaffee getrunken haben.

Wären da nicht hin und wieder erfrischend leise und ruhige Stücke, die zeigen, dass reine Kraftmeierei sich auf Dauer eben selbst erschöpft! Das Lied »Fotonen« etwa, mit einer schön wimmernden Geige und einigen eingesprengselten Lautenklängen zu jazzigen Bassläufen. Oder auch das Stückchen »Valse Melankolika«, zunächst nur getragen von einem sehnsüchtigen Akkordeon, bis es endlich in einen scheppernden Walzer überführt wird. Hoffen wir mal, dass es künftig mehr in diese Richtung geht und alles wieder gut wird. (frk)

 Afenginn: Akrobakkus

Offizielle Website

Offizielle Website      www.afenginn.dk

   

Reptilica Polaris
(2008, Tutl SH087)

Von Kraftmeierei und purem Nonsens ist auf »REPTILICA POLARIS« nicht mehr viel zu spüren: Die dänische Band steht musikalisch Alamaailman Vasarat wesentlich näher als Eläkeläiset.

Viel osteuropäischer klingen sie, streuen aber immer wieder Elemente ganz anderer Provenienzen ein: eine Tex-Mex-Trompetentruppe, russisch anmutende Chöre, klassische Gitarrentupfer und viel, viel Blasmusik. Zwischendrin ein »Kalinka«-Zitat mit Violine und Mandoline, das sich in eine russisch-orthodoxe Orgie steigert, mit einem ganzen Zirkus-Orchester. Mastermind Kim Nyberg, finnischer Mandolinist im dänischen Quintett, findet die richtige Mischung aus opulentem Ernst und ungezügeltem Spass. (tjk)



Siehe auch:
Alamaailman Vasarat
Eläkeläiset

   

Retrograd
(2004, Tutl SHD 67)

Mal wieder gilt es eine neue Schublade zu eröffnen. Denn was bietet Afenginn, deren Kern aus fünf Musikern um den Mandolinenspieler Kim Nyberg besteht – zu denen sich insgesamt zehn weitere Gastmusiker gesellen? Deutlich erkennbar ist ein osteuropäischer Einfluss mittels Melodien, für die Bassist Andrzej Krejmiuk nicht ganz unverantwortlich sein dürfte. Des weiteren nennt man den hier noch unbekannten Tartaren-Humppa als Vorbild und greift auch Traditionals aus der Sahel-Zone auf.

Da man zugleich mit dänischen wie färöischen Volksliedern aufspielt, ergibt das zusammen eine quirlige Melange aus mal eher traurigen, dann wieder übersprudelnden Tanzstücken, die wunderbar fremd bleiben, so dass man sie immer wieder hören kann und mag. Zum Tutl-Label kam man übrigens, als man auf den Färöern tourte. Man traf sich, mochte sich, und was will man da noch anderern Ortes eine Plattenfirma suchen? (frk)



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