|
Athen
(2004, Statler & Waldorf/Alive S&W 03CD)
Sie kommt ins Wohnzimmer, schaut sich um, fragt: »Ist noch irgend ein Gerät an?« Er: »Nöö.« Sie: »Aber da summt und brummt doch was!« Er: »Ach, das ist Musik.« Wieder sie: »Musik?« »Ja«, sagt er, »Pellarin.« Sie: »Aha, Pellarin.« »Hmh«, meint er, »Lars Pellarin.« Sie hören einen Moment lang schweigend zu. »Komische Musik«, sagt sie, »welche Richtung?« Er atmet einmal tief aus: »Elektronische Musik; Soundcluster, Wellen, Schleifen, Vibrationen, Herzschläge, Batterieströme und so.« Sie: »Singt da irgendwann noch jemand?« »Nee, da singt niemand; ist auch nicht nötig.«
Sie hören weiter zu, wie sich langsam die Sequenzen steigern, an Eindringlichkeit gewinnen, kleine Knistereien und kurze atmosphärische Störungen im Hintergrund werkeln und in allem einem pumpenden, minimal variierenden Beat folgen. Sechs Tracks je um die acht Minuten, die sich alle Zeit der Welt nehmen, um sich zu entfalten. »Eigentlich ganz schön«, sagt sie, »nahezu meditativ, aber auch ein bißchen unheimlich.« »Ja«, sagt er, »angenehm beunruhigend. Oder auch beunruhigend angenehm.« Dann schweigen sie wieder und hören zu. (frk)
|