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30. September 2004, Frankfurter Hof in Mainz
Tatort: Unterm Heiligenschein
Im mystischen Halbdunkel der sich bewegenden Scheinwerfer wird erst einmal nur zugeschaut, bevor sich die Mainzer nach und nach in Tanzlaune versetzen lassen. Eine einzelne wilde Tanzeinlage eines Musik-Fans vor den wuchtigen Boxen lässt erahnen, dass Molvaers Musik nicht nur für langsame Trance-Bewegungen vorgesehen ist ... In rote und blaue Lichtkegel gehüllt lässt Eivind ruhig die Gitarrensaiten vibrieren, Rune bearbeitet das Schlagzeug und wirkt inmitten des getönten Hintergrunds und des glänzenden Beckens wie von einem anderen Planeten. Jan bearbeitet mit schnellen Schlägen sein Equipment. In warmes Licht gehüllt stellt Nils Petter kurz seine Kollegen vor die längste der drei Ansagen des Konzertes. Ein paar Leute machen es sich auf dem Parkettboden mit Bier und Wein gemütlich. Die Sitz-Fraktion an den Seitenwänden steht oder tanzt mittlerweile.
In wechselnde glühende Farben getaucht widmet sich Nils Petter wieder konzentriert seiner Trompete und wandert während einer Instrumental-Passage zu einem Apple-Laptop. Kurz darauf erscheint auf dem rückwärtigen Bühnenvorhang eine weiße Silhouette mit Heiligenschein...... passend zur harschen Bush-Kritik »Axes Of Ignorance« ... Die Mainzer tanzen nun ausgiebiger und beobachten interessiert, wie DJ Strangefruit die Elektronik bearbeitet und dabei im Nebel auf der Bühne zu einer magisch-türkisenen Gestalt verschwimmt. Einige Frauen bewegen sich wie in Trance mit geschlossenen Augen, und ein Mittvierziger in Business-Kleidung tobt sich nun so richtig aus. Auch die kleine Gruppe auf dem Parkettboden tanzt wieder ein wenig. Passend zu einem schnelleren Stück wechselt die Beleuchtung anschließend von neblig-meergrün zu gleißend hell ... und das Konzert neigt sich dem Ende zu.
Nach zwei Zugaben und einem nur von Nils gespielten Song verabschieden sich Molvaer und Kollegen entgültig.
Der Zuschauerraum leert sich recht zügig, und direkt nachdem die allgemeine Raumbeleuchtung wieder angeknipst wird, beginn auch schon der Abbau. Ein Angestellter einer Beleuchtungsfirma sortiert die bunten Plastikfolien der Scheinwerfer; Jan und DJ Strangefruit unterhalten sich noch mit dem Bassisten, und dabei ergibt sich die Gelegenheit, noch ein wenig mit den einzelnen Musikern zu plaudern. Jan eröffnet dabei, dass er sehr gerne in Deutschland spielt das Publikum sei hier sehr gut. DJ Strangefruit grinst derweil freundlich von der Bühne. Eivind stöpselt seine Gitarre aus dem Verstärker und erklärt, dass sie nur einen kleinen Teil ihres Equipments mit auf Tour genommen hätten, während Rune noch einen langen Schluck aus der Wasserflasche nimmt. Nach einer kleinen Weile erscheint auch Nils Petter und widmet sich freundlich einigen interessierten Fans, die ein Autogramm auf die neu erstandene »STREAMER«-CD erhalten. Während die Jungs weiter am Abbauen sind und Nils Petter gerade ein wenig Zeit hat, unterhalten wir uns über den Vorteil, sich in verschiedenen Sprachen verständigen zu können. Vielleicht liegt es daran, dass die Gruppe im Anschluss an das Konzert gerne noch etwas essen gehen möchte, bevor es direkt weiter Richtung Potsdam geht?
Nils Petter bezeichnet seine Fremdsprachen-Kenntnisse jedenfalls als »Restaurant-Französisch« und »Restaurant-Italienisch« und fügt gleich an: »Ich spreche auch ein wenig deutsch aber nicht sehr gut«. Es sei schon sehr vorteilhaft, wenn man mehrere Sprachen könne. Auf seinen Italien-Aufenthalt im Frühjahr angesprochen (siehe Interview), blickt er an sich herunter und kommentiert: »Ein klein wenig Bauch ist noch übrig. Man sollte Längsstreifen tragen: das macht richtig schlank!« Nein, Nils Petter, so auffällig ist dieser nun auch wieder nicht bei Deiner Größe! Trotzdem noch einen guten Appetit!
© 2004 Text und Fotos: Petra von Schenck
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