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Das Dänische Nationalorchester DR und hochkarätige Solisten unter der Leitung von Thomas Dausgaard 13. November 2005, Kölner Philharmonie
Hans Christian Andersen
Poul Ruders
Als Auftragswerk für den dänischen Bariton Johannes Mannov und das Dänische Nationalorchester DR 2003/04 konzipiert, gelang es Solist und Orchester unter Dausgaard gleichermaßen eindrucksvoll, die meditativ-ruhige Grundstimmung der Lieder mit der dazu nötigen Sinnlichkeit zu erfassen und schmerzliche Fragilität hörbar zu machen.
Dass aus übertragungsrechtlichen Gründen lediglich zwei der drei Lieder aufgeführt werden konnten, fiel kaum ins Gewicht. Leiv Ove Andsnes
Gewohnt souverän und konzentriert, lieferte sich Andsnes mit dem Orchester bei dem nun folgenden 3. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven einen spannenden musikalischen Wettstreit. Das Orchester unter Dirigent Dausgaard unterstützte den Solisten vor allem im Kopfsatz glänzend.
Im 2. Satz »Largo« ließ der Pianist die Musik »atmen« und sich langsam entwickeln. Dausgaard seinerseits deutete die klassisch-romantischen Melodiebögen filigran und mit elegischer Eleganz aus, bis der unerwartete Schlussakkord Beethovens in den Streichern den Finalsatz einläutete. Hier nun wurde dem Solisten noch einmal ausgiebig Gelegenheit geboten, sich als »Tastenakrobat« in Szene zu setzen. Verdienter Applaus veranlassten Andsnes zu einer kleinen Zugabe: seiner Interpretation von J.S. Bachs Choralvorspiel »Ich ruf zu Dir Herr Jesu Christ« in der Bearbeitung von Ferruccio Busoni. Carl Nielsen
Gleich zu Beginn schlug Dausgaard ein ungemein zügiges Tempo an, und man war fast etwas besorgt, ob dies denn gut gehen könne. Doch das Dänische Rundfunkorchester DR erwies sich als würdiger Klangkörper; es zeigte, dass es zu den weltweit renommierten Rundfunkorchestern zählt. Thomas Dausgaard
Mit anderen Worten: den Konflikt zwischen konstruktiven Elementen (Wohlklängen) und destruktiven Passagen (sprich: Auflösung der Tonalitäten) hervorzuheben.
In den ruhigen Sätzen legte Dausgaard das Schwergewicht mehr auf die Melodien, erzeugte nervöse Spannungen, und man glaubte, den spätromantischen Geist eines Gustav Mahler zu spüren. Zum Ende der Sinfonie hin führte er das Orchester wieder in geordneten Bahnen sicher ans Ziel. Minutenlanger und frenetischer Beifall waren verdienter Lohn für diese interpretatorische Glanzleistung. Zwei Zugaben die spritzige Ouvertüre zu Carl Nielsens 2. Oper »Masquerade« sowie Johannes Brahms' »Ungarischer Tanz in fis-Moll« bildeten einen gelungenen Schlusspunkt eines geradezu märchenhaft schönen Konzertes.
© 2005 Text: Andreas Orwat |
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