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Alle Rezensionen zu Verschiedene schwedische Komponisten
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Live from Swedish Concerts London
The Tippett Quartet, Marie McLeod (Cello), Martin Sturfält (Piano), Malin Christenson (Sopran), Simon Lepper (Piano), Björn Kleiman (Violine), Lauri & Pascal (Gitarren), Kleiman Klöfver Duo, Stenhammar Quartet
( 2010, Nota Bene Productions , Einspielung: 2008-2010 )

Seit einiger Zeit gibt es in London die Konzertreihe »Swedish Concerts«, die Zusammenarbeiten zwischen der schwedischen und der englischen Musik-szene anregen soll. Dabei werden sowohl junge zeitgenössische als auch bedeutende Komponisten der Vergangenheit zur Aufführung gebracht, von denen die meisten wohl nur Eingeweihten ein Begriff sein dürften. Die vorliegende CD stellt nun einige in diesem Konzertrahmen aufgeführte und aufgezeichnete Werke vor. Größtenteils handelt es sich hier um klassische bzw. minimalistisch-postromantische Musik. Abwegiges und Unverdauliches braucht hier nicht erwartet zu werden.

So gibt es aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts Lars-Erik Larssons klassizistisches Streichquartett und einen eingängigen kleinen Liedzyklus von Wilhelm Stenhammar und Ture Rangström. Vom Nachwuchs fällt vor allem die zwischen lyrisch spröde und fragmentarischen Melodien changierende Etüde für Violine solo des anfang-dreißigjährigen Benjamin Staern von der Musikakademie Malmö auf. Ein Komponist, den man im Auge behalten sollte, denn laut Beiheft ist sein kompositorisches Spektrum breit und ambitioniert. Im Gegensatz zu den drei kaum in Erinnerung bleibenden, leisen (Studien?-)Werken von Albert Schnelzer (*1972) und Sebastian Rapacki (*1985) springt dann den Hörer das abschließende dritte Streichquartett des 1965 geborenen und recht aktiven Mats Larsson Gothe geradezu direkt an. Mit einer Vielzahl an Effekten, Techniken und Stil- wie Tempowechseln scheint Gothe hier gleich einiges aus der Musikgeschichte aufgreifen und unmittelbar zerlegen zu wollen, sei es Schostakowitsch, Beethoven, Glass und wer weiß was noch alles. Und doch gelingt ihm – und dem Stenhammar Quartet – damit etwas beeindruckend, fast euphorisierend Eigenes, das gehört werden will – und sollte. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
Lars-Erik Larsson (1908-1986): Intimate Miniatures, Op. 20 (1938)
Albert Schnelzer (*1972): Frozen Landscape
Wilhelm Stenhammar (1871-1927): I Skogen, Flickan kom från sin älsklings möte
Ture Rangström (1884-1947): Flickan under nymånen, Pan
Benjamin Staern (*1978): The Lonely One
Sebastian Rapacki (*1985): Tystnad
Albert Schnelzer (*1972): Scene II
Mats Larsson Gothe (*1965): String Quartet No. 3 ”Visione ed estasi”

 Verschiedene schwedische Komponisten: Live from Swedish Concerts London

 

Härlig Är Jorden. Älskade Psalmmelodier I Arrangemang För Symfoniorkester
Lahti Symphony Orchestra, Osmo Vänskä (Dirigent)
( 2003, BIS 1409 , Einspielung: 2001-2003 )

Eine spezielle CD, die vielleicht nur in Schweden, bei vollkommen Schweden-Verrückten oder einfach gläubigen Menschen den Weg in die Sammlung finden wird. Das deutet schon der Titel an, der (vergleichbar mit der ebenfalls von BIS produzierten Reihe »Suomalainen Virsi«) einmal nicht international formuliert wurde. Was gibt es nun zu hören? 16 Choräle und geistliche Lieder sind es, die im blau-gelben Land (einst?) wohl jeder mit in Wiege hineingelegt bekam – viele Melodien sind dabei aus deutschen Gesangbüchern übernommen worden, so dass es auch bei weniger bewanderten Hörern durchaus zu einem »Aha«-Erlebnis kommen kann.

Gesungen wird freilich nicht, sondern die Weisen erklingen rein instrumental; sie wurden mehr oder weniger glücklich (und das ist in diesem Fall wirklich eine Frage des subjektiven Geschmacks) für großes Orchester mit allem drum und dran bearbeitet – will heißen: mit einem bisweilen höchst aufwendigen pseudo-romantischen sinfonischen Gerüst versehen. Alle Musiker des Orchesters aus Lahti haben sich jedenfalls der für jeden einzelnen dankbaren Aufgabe mit lustvoller Spielfreude angenommen. (mku)

 Verschiedene schwedische Komponisten: Härlig Är Jorden. Älskade Psalmmelodier I Arrangemang För Symfoniorkester

 

Swedish Summer. The Ultimate Orchestral Collection
Elisabeth Söderström, Nicolai Gedda, Jussi Björling, Stockholm Symphony Orchestra, Stig Westerberg (Leitung)
( 2000, Swedish Society Discofil /Naxos SCD 1098 )

Mit dem schwedischen Sommer verbindet man so manch unsterbliche klassische Melodie – auch wenn diese in aller Regel mit der warmen Jahreszeit gar nichts zu tun hat. Es dürfte wohl eher die »Landschaft im Licht« sein, von der so manche Assoziation geleitet wird. Man wird mit diesem Topos leben müssen – zumal er auch wundervolle Kompositionen betrifft (wie etwa Hugo Alfvéns Midsommarvaka oder auch manche romantische Pretiose aus der Feder von Wilhelm Peterson-Berger). Diese Stücke haben Ohrwurmqualitäten, auch für den nordisch inspirierten »Klassik-Einsteiger«.

Dennoch: Um an dieser klanglich altertümlichen und dazu noch spartanisch ausgestatteten CD wahre Freude haben zu können, wird man schon Insider sein müssen. Denn die betagten Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren eignen sich kaum fürs Autoradio, sondern eher zum intensiven Hören. Statt äußerlicher Brillanz gibt es hier interpretatorische Tiefe zu entdecken – dafür allein steht schon Stig Westerberg, eine schwedische Ikone am Dirigentenpult. (mku)

 Verschiedene schwedische Komponisten: Swedish Summer. The Ultimate Orchestral Collection



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