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Magnus Lindberg: Orchestral Music
Avanti! Kammerorchester, Toimii Ensemble, Bayerisches Radiosinfonieorchester, Finnisches Radiosinfonieorchester; Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen (Dirigenten)
( 4 CDs,
2011, Ondine
/Naxos
ODE1110
, Einspielung: 1989-2008
) Lindberg, die volle Ladung: 15 Orchesterwerke, chronologisch nach Entstehung geordnet, vom jugendlichen »Tendenza« des Vierundzwanzigjährigen, 1982, bis »Sculpture« aus der Feder des Weltberühmten, 2005. Drei finnische Stardirigenten spielten diesen Klangberg mit drei Orchestern zwischen 1989 und 2008 ein. Gerade die richtige Präsentation für einen, der sagt: »Nur das Extreme ist interessant.« Im Beiheft wird Lindberg als »Komponist von Kraft, Bewegung und Farbe« überschrieben. Das könnte platt und einfallslos sein, bedenkt man, dass diese Attribute alles und nichts im Orchester sein können. Doch Lindberg, der große, aus dem Vollen schöpfende, seinen Reichtum kompositorischer Ideen ausgießende Philharmoniker aus Helsinki, darf auf solche drei Worte reduziert werden. Wer, wenn nicht er!
Favoriten auszumachen ist schwer. Bevorzugt man das spektakuläre Drama der »Kinetics« (einer von Lindbergs typischen sprechenden Titeln), die den Komponisten in der Rastlosigkeit eines 30jährigen Genies zeigen? Dieses 1989 entstandene, flirrende und umherspringende Werk für großes Orchester wirft in 13 Minuten die Energie und die Extreme bald einer ganzen Berlioz-Sinfonie durch die Lüfte. Hier vertreten ist übrigens durch die vermutlich bislang unübertroffene Ureinspielung unter Jukka-Pekka Saraste mit dem Münchner RSO. Oder mag man lieber die hyper-strawinskieske Eckigkeit von »Corrente« (1992), famos interpretiert vom nach wie vor zwischen Heute und Morgen bestechend engagierten und sicheren Avanti! Kammerorchester? Ein hemmungsloses Klangfarbenspektakel wie es nur Lindberg zu bieten hat, zwischen Solo-Klavier, Schlagwerkattacke und erschlagendem Orchesterorkan, ist auch »Feria« (1997).
Wenn auch einige große Werke gleichen Ranges dieser Box »fehlen«, lässt sich anhand dieser vier CDs doch ganz wunderbar Lindbergs künstlerischer Werdegang nachzeichnen und immer wieder in seinen Facetten entdecken und erleben. Das im Jahr 2000 entstandene »Gran Duo« etwa überrascht dann nicht nur durch relative Ruhe, sondern auch durch listige Beschränkung auf die Blech- und Holzbläsersektionen, die hier im Duett kommunizieren. Trotz der sehr weit auseinander liegenden Aufnahmeorte und -umstände wird diese Zusammenstellung durchweg klanglich zusammengehalten. Rein ins Geschehen, Herrschaften! Höchste Bewertungen in allen Kategorien. Wenn schon, denn schon. Wie gesagt: »Nur das Extreme ist interessant.« (ijb)
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Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
Tendenza, Kraft, Kinetics, Marea, Joy, Corrente, Corrente II, Coyote Blues, Arena, Arena 2, Feria, Gran Duo, Chorale, Concerto for Orchestra, Sculpture
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