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Alle Rezensionen zu Guðrún Ingimars
(Genre »Klassik«, Land »Island«)

 

Norðúrljus - Lieder aus dem Norden
( 2008, Eigenverlag ITM 911 )

»Lieder aus dem Norden«, das sagt eigentlich in schlichter Weise alles über dieses Album der isländischen Sopranistin Guðrún Ingimars. In 22 Tracks singt sie sich durch alle skandinavischen Länder - mit einem Schwerpunkt auf Island, versteht sich. Das könnte man abhaken, allzu oft schon dagewesen. Wären da nicht die Stimme und die Arrangements, die aufhorchen lassen.

Zwar hat Guðrún Ingimars eine klassische Ausbildung, die sie quer durch Europa und auch nach Deutschland führte. Trotzdem ist ihre Stimme nicht verbildet wie bei vielen Bühnen-Diven. Der schlanke, glatte, aber doch so ungeheuer energiereiche Klang nordischer Naturstimmen schimmert immer wieder durch, besonders, wenn sie in ihrer Muttersprache singt, und noch mehr bei Volksliedern wie dem schwermütigen »Sofðu unga Ástin mín«. Doch auch dem klassischen, oft durchgenudelten Repertoire wie zwei Solveig-Nummern aus Edvard Griegs »Peer Gynt« vermag sie interessante, erfrischende Tönungen zu geben.

Zweitens die Arrangements. Schon die ersten Töne des Albums machen stutzig – hier klingt zwar der klassische Konzertflügel, aber auch eine Solo-Querflöte. Mal lässt sich Guðrún Ingimars nur von einem betrübt-rauchigen Cello begleiten, mal von einer Gitarre. Und auch das ist ein erfreulich ungewohnter Musik-Zugang, den sich viele andere Opern-Soprane durch interpretatorische Fantasielosigkeit verbauen. Ein schönes Album ist so entstanden – kein Meilenstein, aber eine Wegmarke. Und das ist schon nicht wenig. (sep)

Guðrún Ingimars: Norðúrljus - Lieder aus dem Norden



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