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Der Mongole
( 2008, Columbia
/Alive
3969022
) Der russische Erfolgsregisseur Sergej Bodrov (*1948) drehte 2007 in opulenten, pittoresken Bildern in der Mongolei und in Kasachstan den ersten Teil seiner als Trilogie angelegten Dschingis-Khan-Biografie. Ein Mix aus »belegten Fakten«, Legenden, Beziehungsdrama und zu klassischen Hollywood-Monumentalepen strebender Heldenromanze, ist »Der Mongole« also nicht direkt feingliedriges und subtiles Erzählkino. Auf dieser Wellenlänge operiert auch die zumeist in großen Gesten herbeireitende Filmmusik des bereits mit einigen Preisen geehrten Finnen Tuomas Kantelinen. Achtung, große Emotionen! Gleich drei Sinfonieorchester in London, Hamburg und St. Petersburg wurden für die Einspielung ins Studio geladen. Dazu traditionelle asiatische Instrumente und Obertongesang, donnernde Schlagwerkgruppen und irgendwo in diesem Spektakel auch noch elektronische Instrumente ... Die Effekte ziehen alle Register klassisch-altmodischer Historienepen, und so war Kantelinens Musik sicher mit ausschlaggebend für Bodrovs zweite Oscar-Nominierung.
Diese Musik erfüllt fachmännisch den angestrebten Zweck, und Kantelinen wird nach rund dreißig vertonten Filmen sicher auch noch einige weitere gute Aufträge bekommen. Als rein akustisches Erlebnis auf CD ist »Der Mongole« jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen, am wenigsten für Liebhaber zeitgenössischer finnischer Komposition. Für Liebhaber des Films und Freunde großer Hollywoodscores eine solide Investition, doch der gesamtkompositorische Zusammenhang, inklusive der eingestreuten Fragmente der mongolischen Folkrockband Altan Urag, lässt in aller Disparatheit doch arg zu wünschen übrig. (ijb)
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