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Jonas Tamulionis - Selected Compositions For Guitars
( 2005, Albany Records
TROY811
) Voller Zufälle und Anekdoten ist die Entstehungsgeschichte dieser CD – in aller Ausführlichkeit spannend nachzulesen im vorbildlichen Booklet. Nur soviel: Das dänische Corona Guitar Kvartet und das italienische Duo Lapoli spielen hier Werke des Litauers Jonas Tamulionis für eine bis vier Gitarren. Und dieses gesamteuropäische Porträt-Projekt kann sich hören lassen – vom Niveau der Kompositionen über die herausragenden Interpreten bis hin zum klaren und präsenten Klang der Aufnahme.
Extra für die CD komponierte Tamulionis den Opener »Perpetuum Mobile«, ein suggestives, schwebendes Stück, das in einer großen Wellenbewegung an- und wieder abschwillt. Das Duo Lapoli steuert eine Sonate für zwei Gitarren bei, die die Instrumente zu einem einzigen verschmelzen lässt. Hier nutzt Tamulionis viele effektreiche Spieltechniken: schnelle Repetitionen, heftige Ausbrüche, aber auch ganz zart-melancholische, abgedunkelte Klänge, die ein bisschen an Erik Satie erinnnern. Ester Poli, die eine Hälfte des Duos, reduziert den Klang im Anschluss auf nur eine Gitarre, was der Intensität der »Eleven Preludes« jedoch keinen Abbruch tut. Die Miniaturen, in die sie sich hoch emotional vertieft, sind punktgenaue Charakter- und Technikstudien, oft wüst oder leicht verschroben.
Das abschließende und eher abstrakte, aber ebenso wirkungsvolle »Per Suonare a Quattro« ist ein Auftragswerk für das Corona Guitar Kvartet. Den Anfang machte eine geräuschhaft rasende und schrammelnde Klangfläche, aus der sich die zentralen Harmonien des Werkes herausschälen. Mal komplex, mal minimalistisch transformiert Tamulionis hier seine Hauptmotive. Selbst in der durchweg hochwertigen Diskographie des Corona Guitar Kvartets nimmt diese spannende CD einen Spitzenplatz ein. (sep)
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