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Northpoints
( 2003, Iris Records
IRISCD 0301
) Neue Musik in Dänemark zu fördern, und das für die nicht gerade häufige Besetzung eines Gitarrenquartetts – mit der CD »NORTHPOINTS« liefert das Corona Guitar Kvartet einen gewichtigen Beitrag dazu. Fünf Werke von fünf verschiedenen dänischen Komponisten – vier davon erstmals auf einem Tonträger erschienen, drei im Auftrag des Quartetts entstanden – geben zusammen einen spannenden Stilmix ab.
John Frandsens »Three Dances«, vertrackte kleine Miniaturen, dienen als Ohrenöffner zum Einstieg in die CD. Dann folgt mit Østen Mikal Ores »Neon Enlightened« gleich der erste Höhepunkt: eine flimmernde, atmosphärisch dichte Reise durch die Neonwelten und den tickenden Mechanismus einer nächtlichen Großstadt. Hier klingt komponiertes Licht, das am Ende, zu Tagesanbruch, zur Unhörbarkeit verdämmert. Wayne Siegels »East L.A. Phase« ist deutlich strenger, aber nicht weniger suggestiv: Im Stil der Minimal Music schichtet er hier einfache Muster zu komplexen Geweben übereinander, deren Pulsieren man sich schwer entziehen kann.
Hans-Henrik Nordstrøms »Fluctuations« ist ebenfalls abstrakt gebaut, entwickelt aber mit nervösen Kippfiguren, Zerfaserungen, Verflechtungen und Spaltungen ebenfalls Sogkraft. Svend Hedgaards »Via«, eine epische Reise durch Stimmungen, kommt mal rhythmisch, mal geräuschhaft, mal mit Pausen durchsetzt daher. Diese CD mit Neuer Musik, die ebenso kurzweilig wie hochwertig daherkommt, dazu mit einem vorbildlich informativen und anregenden Booklet: So ein Glücksfall ist selten. (sep)
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