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Hans Appelqvist:
Naima
( 2006, Häpna /A-Musik H.31 )
Alles scheint ganz alltäglich, bis sich irgend etwas um einen halben Millimeter verschiebt. Dann ist eine Frau mit Pelikankopf, die einem sagt, was man tun soll, keine Unmöglichkeit mehr. Es ist dieses Wesen mit Namen Naima, dem Hans Appleqvist seine CD widmet – ein kleiner, großer musikalischer Schritt seitwärts hinaus aus der Realität.
Field Recordings, seltsame Samples, eine kalte Computerstimme und warmer Gesang, Windows-Soundfiles, MIDI-Instrumente und echte Gitarren, mal erschreckend pompös, mal simpel klimpernd. Das alles verwebt sich zu einem perfekten, farbstarken Klanggemälde, das man beinahe hyperreal vor Augen hat. Was genau es aber bedeutet, ist ein wundersames Rätsel, das man gar nicht lösen mag. Zwischen Pop-Balladen und sehr merkwürdigem Experimentalgestus pendelt die CD zwischen den Welten hin und her, immer getragen von einer leisen Melancholie. Nachher ist man ein kleines bisschen traurig, und sei es nur, weil einem die normale Welt so normal-banal vorkommt.
Übrigens: Appleqvists Debüt auf dem kleinen, sehr feinen Häpna-Label hieß »ATT MÖTA VERKLIGHETEN«: »Der Wirklichkeit begegnen«. Naima führt einen in die Gegenrichtung. (sep)
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