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Arch Enemy:
Tyrants Of The Rising Sun – Live In Japan
(2008, Century Media 9978367)
Zwei Jahre nach »LIVE APOCALYPSE«, dem Mitschnitt vom Auftritt Ende 2004 im Londoner Forum, schmeißen Arch Enemy die näxte DVD auf den Markt. »TYRANTS OF THE RISING SUN – LIVE IN JAPAN« zeigt den Gig der Schweden im Tokioer Shinkiba Studio Coast, Teil der Asien-Tour Anfang 2008.
Eine Minute klatschen die Fans, recken Teufelshörner, bis sich ein schwarzgekleideter Daniel Erlandsson hinters Drumkit klemmt. Fast eine weitere vergeht bis er endlich erlösend auf die Becken klopft, das ebenfalls schwarzgekleidete Saitentrio spielend auf die Bühne tritt. Und endlich, endlich betritt Angela die Bühne, stößt den ersten tierischen Röchler ins Mikro. Die Fronterin im weißen »Pure Fucking Metal«-Outfit hat die Meute für die kompletten 95 Minuten im Griff – die jeweiligen Soloauftritte der Musiker beiseite gelassen.
Ja, mit dem zu »RISE OF THE TYRANT«-Album zurückgekehrten Christopher Amott ist das Quintett wieder eine Live-Supermacht. Schlag auf Schlag, ohne Verschnaufpause: Intro, »Blood On Your Hands«, »Ravenous«, »Taking Back My Soul«. Respekt. Kurze Ansage, weiter geht's, »Dead Eyes See No Future« kracht aus den Verstärkern, es folgt »Dark Insanity«. Erst vor »The Day You Died« wendet sich Angela an die Fans, widmet das, durch einen japanischen Film inspirierte Stück, dem japanischen Publikum. Der DVD-Betrachter fühlt sich dank der erneut ausgezeichneten Bild- und Tonqualität (wahlweise Stereo, Dolby 5.1/ DTS 5.1 Surround) fast, als sei er mittendrin, wenn die Japaner alles andere zurückhaltend den Schweden huldigen und kräftig mitgrölen. Nach einer halben Stunde hämmert Daniel mittlerweile klatschnass, aber ungebremst aufs Schlagzeug, liefert zehn Minuten später mühelos ein knapp vierminütiges Solo ab, weiter geht's: Es ist erst Halbzeit. Noch eine Dreiviertelstunde Spielspaß, bis sich Arch Enemy mit »Fields Of Desolation« und Outro endgültig verabschieden.
Das Konzert ist nun vorbei, doch nicht die DVD: Die Rubrik »Special Features« beinhaltet »The Road To Japan«, ein 45minütiges Road-Movie, mit ausführlichen Interviews der Band, angefangen mit »Bandyoungster« Angela. Versuche den Arch Enemy-Kulte im fernen Osten zu erklären, unternehmen auch Tetsu Miyamoto (Toys Factory Records) und Taka Okunu vom Burrn!-Magazin – das die Schweden via Leserwahl gleich in fünf Kategorien mit Auszeichnungen überhäufte: Beste Gruppe, bester Gitarrist, bester Schlagzeuger, bestes Album und bester Songwriter. Wo sie auch gehen schreiben die Schweden Autogramme für die Fans oder lassen sich mit ihnen fotografieren. Fazit des Road-Movies: Japan ist bunt, laut – und verrückt nach Arch Enemy.
Zu guter Letzt gibt's noch drei Promoclips: »Will Live Again« und »Revolution Begins« sowohl als Original wie auch »Band Performance«-Version. Summa summarum starke, gutgemachte 150 Minuten einer starken Band. (nat)
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