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![]() Ein Interview von Nathalie Martin Mit alkoholfreien(!) Drinks, Häppchen und Interviews
Warten auf den Flipper
Seit Jahren warte ich auf euren geplanten »Backyard Babies Pinball« gibt's den inzwischen? Peder: ... öh ... nein, den gibt's nicht. Wir würden gerne einen haben, aber das ist zu teuer. Reden wir über Euer neues Album auf das wir so lange warten mussten. Wieso? Peder: Nach »MAKING ENEMIES IS GOOD« waren wir ja zwei Jahre auf Tour und haben im Anschluss erst mal eine Pause gemacht (unterbricht sich selbst); tatsächlich touren wir seit sieben Jahren fast nonstop. Jedenfalls haben wir dann neue Songs geschrieben, Demos aufgenommen das waren eigentlich schon fertige Songs mischen, Studio, etc.
Außerdem haben wir noch das Video für »Minus Celsius« in L.A. gedreht. (Pause) Hm, im Grunde haben wir seit »MAKING ENEMIES« durchgearbeitet. Wir schreiben unsere Songs auch nicht unterwegs, sondern in Ruhe zuhause. Wer schreibt bei Euch die Songs? Peder und Johan: Wir alle. Solidarität mit den Tätern Weswegen der Albumname »Stockholm Syndrome«? Peder: Hinter dem Begriff Stockholm-Syndrom steckt eine interessante Geschichte. ... und außerdem denkt jeder, dass alle schwedischen Bands aus Stockholm kommen.
Ihr habt auf »STOCKHOLM SYNDROME« den Song »Friends«, den ich für einen der besten auf dem Album halte ... Peder: Danke! ... und den Ihr schon 1999, also vor »MAKING ENEMIES« aufgenommen habt. Warum erschien er erst jetzt? Peder: Ja, das stimmt: Nicke hatte den Song schon lange geschrieben, und wir haben auf der Tour unsere Freunde aufgenommen (beispielsweise Danko Jones, L7, Cardigans, Tyla, Michael Monroe, Joey Ramone). Dann starb Joey Ramone und wir wollten ihn nicht direkt nach seinem Tod veröffentlichen, quasi »Geld mit seinem Tod verdienen«. Deswegen haben wir gewartet. Welches ist Euer Lieblingssong auf Stockholm Syndrom? Peder: »Minus Celsius«. Und von allen vier Alben?
Peder: Ich würde sagen, auch »Minus Celsius«. Es kommt immer drauf an, wie viel Spaß es macht, einen Song live zu spielen im Moment macht mir der am meisten Spaß. »Look At You« (von »TOTAL 13«) mag ich auch sehr gern: (grinst) Seit wir den veröffentlicht haben, spielen wir ihn jedes Mal, bei jedem Gig. Könnt ihr Euch zu Hause eigentlich »frei« bewegen oder werdet ihr erkannt, nach Autogrammen gefragt? Peder: Klar werden wir erkannt, und einige Leute wollen Autogramme, aber wir können uns frei bewegen. Es macht Spaß, erkannt zu werden, und es ist schön, wenn dich die Leute grüßen (grinsend) solange nachts keiner schreiend vor meiner Türe steht ... (Pause) In Stockholm everyone's famous ... Japan
Ihr habt gerade in Japan getourt nicht zum ersten Mal. Peder: Zum ersten Mal haben wir dort 1998 gespielt, inzwischen spielen wir regelmäßig in Japan. Ihr seid »Big In Japan«, ist das nicht eher ungewöhnlich für eine schwedische Band? Peder: Für eine schwedische Rockband schon, aber schwedische Popbands spielen da häufiger. Wie unterscheidet sich das japanische Publikum von dem »europäischen«? Peder: Zwischen den Songs sind sie ganz ruhig, wollen hören, was Nicke sagt. Sonst sind sie sehr höflich, sehr geordnet: (Grinst) Es ist schon fast lächerlich, wie sie nach unserer Show raus gehen: Der als letzter reinkam, geht als erster raus. Ihr wart in Nord- und Südamerika, in Asien, in Australien, ... gibt es noch Orte, wo Ihr gerne auftreten würdet? Peder: Afrika! Ich würde gerne in Südafrika spielen. (Pause) Oder in Island, in Reykjavik.
Gibt es einen Lieblings-Gig von euch? Peder: Die ganze Tournee mit AC/DC war großartig aber ein bestimmter Gig? Nein. Außerdem gibt es einen großen Unterschied zwischen Festivals und Club-Gigs: Bei Club-Gigs gehört die ganze Aufmerksamkeit dir, alle sind wegen dir da bei Festivals hast du viel mehr Leute. Mit wem würdest Du gerne touren? Peder: Rolling Stones! Was haltet Ihr von Turbonegro und Gluecifer? (Peder und Johan reißen wie auf Kommando synchron ihre Daumen in die Höhe): Super! Wir mögen die wirklich! Habt Ihr schon mal zusammen getourt? Peder und Johan: Leider nein.
Und wie steht's mit schwedischen Bands, wie The Mobile Mob Freakshow oder Cosmic Ballroom? Peder: Sind nicht mein Fall (Pause, grinst) ... der Gitarrist von MMF war bei mir auf der Schule. Wie ist die Rockszene in Finnland und Schweden? Ich habe immer das Gefühl, dass die Szene in Finnland größer ist: Mehr Clubs, mehr Festivals ... Peder: (Fast entrüstet) Das denke ich nicht. In Schweden gibt es beispielsweise das »Hultsfred«-Festival, das größte und bekannteste, dann die Kalas-Festival-Tour, mit etwa zehn Gigs bei der wir dabei sind. Und in Stockholm gibt's etliche (Rock)Clubs. Gene Krupa und Robbie Williams Ich weiß, dass Nicke und Dregen große Hanoi Rocks-Fans sind und Ihr? Peder und Johan: Wir auch! Sonst nehmen wir lieber unbekannte schwedische Bands mit; in Spanien hatten wir z.B. Maryslim dabei. (Grinsend) Viele Bands wollen mit uns touren.
Tourt Ihr lieber allein oder mit Support? Johan: (wie aus der Pistole geschossen): Support! Ich weiß, die Crew mag's nicht so gerne, aber mir ist das lieber. Welche Platte habt ihr euch zuletzt gekauft? Peder: Gene Krupa, ein Schlagzeuger, das geht so in Richtung 30er Jahre Swing. Zukunftspläne? Peder: Erst mal die Tour zu Ende, Festivals im Sommer (Hultsfred, Southside, Hurricane, ...) und eine kleine Pause. Im Herbst steht noch eine Club-Tour an auch in Deutschland, da die Gigs hier auf dieser Tour etwas zu kurz gekommen sind. Peder och Johan, tack för intervjun =) © 2004, Text und Fotos: Nathalie Martin, exklusiv für Nordische Musik, |
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