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Alle Rezensionen zu Club 8
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

The People's Record
(2010, Labrador/Broken Silence LAB 130)

Wer als Band etwas auf sich hält, erfindet sich regelmäßig neu. Will man ja nicht auf sich sitzenlassen, den Vorwurf, dass man auf der Stelle tritt. Club 8, das Langzeit-Projekt von Labrador-Labelgründer Johan Angergård und Sängerin Karolina Komstedt, macht sich auf seiner siebten Veröffentlichung »THE PEOPLE'S RECORD« gen Süden auf. Lässt sich inspirieren von afrikanischem Pop, brasilianischen Beats und kubanischen Schlagwerk-Rhythmen. So richtig ins Schwitzen aber kommt man beim Hören nicht. Das Duo schafft hier, unterstützt vom Produzenten Jari Haapalainen, eine unterkühle Unterform tropischer Leichtigkeit.

Eine leise Trauer liegt über Songs wie »We Are All Going To Die«. Allen oberflächlich-übersprudelnden Laisser-Faires und einiger übermütiger Tanzschritte zum Trotz. Der Luftzug, der durch das gesamte Album zieht, ist kühl. Club 8 haben sich in ihrer stylish-eleganten Popverliebtheit nicht verändert, nur einen Ausflug in wämere Gefilde gemacht. Karolina Komstedts Stimme klingt immer noch nach Carnaby-Street-Mädchen mit wehendem Chiffonschal. Das gepflegte Labrador-Land verlassen Club 8 nie wirklich. Da ist ihnen Victoria Bergsmann mit ihrem Projekt Taken By Trees einen entscheidenden Schritt voraus, was intensive Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur angeht. Sei es drum. Club 8 drehen sich immer nur um sich selbst, dies allerdings auf hohem Niveau. (emv)



Siehe auch:
Taken By Trees
The Cardigans
Verschiedene: Labrador 100

 Club 8: The People

Offizielle Website

Offizielle Website      www.club-8.org

   

The Boy Who Couldn’t Stop Dreaming
(2007, Labrador CD-LAB108)

Wer heute schon bei Oma zum Kaffeetrinken war, braucht jetzt nicht mehr weiterlesen. Denn die hat es sicher geschafft, auch heute eine extra große Portion Sahnetorte in »Nur-mal-probieren«-Stückchen zu verteilen, die man natürlich respektvoll abwiegeln wollte. Aber man hat sich wieder einmal als zu schwach erwiesen.

Club 8 ist Sahnetorte². In zwölf Episoden krault uns Karolina Komstedt die Ohrmuschel ab, während im Hintergrund pappsüßer Synthiepop vorbeirauscht. Alles hundertfach geloopt, verhallt, mit Watte umwickelt und mit Sicherheitsgurten ausgestattet. Omas Lieblichkeit kennen sie gewiss auch. Und so ähnelt Song um Song wie ein geglücktes Klonexperiment. Aber von solch bedrohlichen Nachrichten lassen sich die beiden Stockholmer wahrlich nicht beeindrucken und verdrücken lieber noch ein Stück Kuchen. (maw)

   

Nouvelle
(2004, Siesta Siesta 42)

Puderleichter, cool-eleganter Pop mit Bossanova-Flair. Boy meets Girl, und daraus ergeben sich auf »NOUVELLE«, dem Debütalbum von Club 8, alle möglichen kleinen Dramen rund um das Liebesleben urbaner Twens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Club 8 sind ein Duo aus Schweden: Die mädchenhafte, brasilianisch-swingende Stimme von Karolina Komstedt und die sanfte Tonlage von Johan Angergard finden sich sich zum Zwiegespräch, und das prickelt wie ein Gläschen kalter Prosecco an einem warmen Sommerabend.

Von wegen »Anorak-Pop«, wie die Band ihren Stil selbstironisch beschreibt. Es kann einem ganz schön warm vom Zuhören werden. Dass die Cardigans entfernt Pate standen, tut dem Spass keinen Abbruch. Zwischendurch dürfen Kirmesorgel und Xylophon Gastauftritte hinlegen. Und mit Songtiteln wie »Those Charming Men« wird den Altmeistern des Britpops, den Smiths, augenzwinkend Respekt gezollt. »NOUVELLE« ist eine Platte, die dazu einlädt, leichtfüssig durch die Wohnung zu steppen. (emv)



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