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Alle Rezensionen zu Karl Barx
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

A Produkt Of Imagination
(2008, Speilegg Records SPEILEGG002)

Musik als Konzept und Resonanzraum, Musik zum Dialog oder als Dialog geschrieben, Musik als kommerzieller Output, als Imaginationswerk oder zur Konstituierung eines Images. Karl Barx sind sich über die Wirkweisen in den verschiedenen Ebenen durchaus bewusst – und so ist dieses längst überfällige Debüt ein Sammelsurium an Querverweisen, aber auch und vor allem Bezugnahme auf sich selbst. Dabei scheint sich der Erfindungsreichtum der Norweger aus den Quellen der aktuellen Weltlage, aus Kunst und Design und Gedankenexperimenten zu speisen. Absurde Geschichte reihen sich an Perspektivübernahmen und neugedachte Wege, um das Leben erträglicher, weil spannender zu gestalten. Diese Konstruktionen stammen aus der Ideenfabrik von Sigurd, einem Designabsolventen, der diese Band 2002 ins Leben gerufen hat. Der Titel darf als somit Hinweisgeber in jeglicher Hinsicht ernst genommen werden. Diese Platte ist voll mit cleverer Selbstironie.

Was früher aber spielerisch wirkte und auf musikalischer Seite seine Korrespondenz fand, ist auf diesem Album etwas biederer geraten, als es die wunderbare Verpackung und der Ansatz vermuten lässt. Trotz addierter Frauenstimme scheint es, als ob sie etwas Schwung verloren haben. Trotz bester Rocksong-Absichten und hochgekrempelter Lass-Uns-Freunde-Seit-Attitüde schleichen sich vermehrt Tracks ein, denen einfach musikalisches Profil fehlt. Denen die überschwänglische Spielfreude nicht mehr einfach so in den heimischen Schoß fällt und die teilweise soweit alle Kanäle öffnen, dass kein Platz mehr für die eigene Assoziationswelt bleibt.
(maw)

 Karl Barx: A Produkt Of Imagination

Offizielle Website

Offizielle Website      www.karlbarx.com

   

The Sekret Songs Of Karl Barx
(EP, 2004, Speilegg Records 001)

Verschmitzt fügen Karl Barx der schrulligen Popgeschichte ein neues Kapitel hinzu und bemalen es mit Buntstiften in allen erdenklichen Farben. Schabernackbelastet flachsen dezente Heimorgelteppiche, flitzen definitiv nicht credibilityfördernde Spielereien mustergültig über süßstoffgeschwängerte Melodien. Es rasselt und schwurbelt übers Parkett um, hintendrein mit optimistischer Piano-Akrobatik und subtiler Besonnenheit Kontenance zu wahren.

Diese sechs erfrischenden Allroundpop-Stücke im liebevoll gestalteten Digipack lassen wahrlich auf den ersten Longplayer der vier kreativen Trondheimer hoffen. Dann bitte mit noch mehr erdiger Gitarren-Schrammelei, damit die gedellten Grooves ein paar Dreckspritzer zusätzlich ab bekommen. Aber keine Sorge, Mutti kriegt das schon wieder raus. (maw)



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