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Alle Rezensionen zu The Raveonettes
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

Chain Gang Of Love
(2003, Columbia/Sony Music 090353)

Die Ästhetik stimmt: Das Album-Cover im Stil von 50er Jahre-Filmplakaten arrangiert und in den Trendfarben schwarz-weiß-rot gekleidet begeben sich Sune Rose Wagner (Gitarre, Gesang) und Partnerin Sharin Foo (Bass, Gesang) auf wohlbekanntes Terrain. In kreischender Erbarmungslosigkeit werden Feedback-Orgien geschichtet und Störgeräusche geschrottet, bevor scharfkantiger Garagenlärm die Stille zerschneidet. »CHAIN GANG OF LOVE« brennt lichterloh. Es werden Erinnerungen wach an die Cramps, Jesus & Mary Chain oder Suicide. Die Pose bestimmt das Handeln.

Leider verliert sich dadurch ihr expressiver und unberechenbarer Rock'n'Roll statt in griffigen Melodien ab und zu in betont cooler Uncoolness, die auf Albumlänge recht monodirektional gerät. Dass sich eigentlich hier alles zu einem gleichförmig-krachigen Soundbrei verdichtet, ist indes Konzept: Dogmatisch wurden alle Tonarten außer B-Moll ausgeschlossen und Grenzen statisch bei drei Minuten und Akkorden gezogen. Style ist eben manchmal alles. (maw)



Siehe auch:
The Tremolo Beer Gut

The Raveonettes: Chain Gang Of Love

Offizielle Website

Offizielle Website      www.theraveonettes.com

   

Pretty In Black
(2005, Columbia/Sony Music SAMPCD 14828.2)

Alben in nur einer Tonart einzuspielen, erwies sich schnell als erdrückendes Korsett. Nur B-Moll macht auf Dauer eben nicht glücklich. Mit dem neuen Album kriegt das Duo wieder mehr Luft. Auch wenn diese wie jeher etwas abgestanden riecht. Allerdings ist das bei einem Album, was lässig mit den Zeichen der Zeit spielt, die hier vierzig bis fünfzig Jahre zurückliegt, wahrlich nicht verwunderlich.

Schrammel-Pop und spröder Ami-Surfsound mit »Boy Meets Girl«-Gestus. Schön altbacken, dennoch angenehm produziert, schleifen uns Sune und Sharin durch ihre Nostalgiewelt, die deutlich differenzierter, gedämpfter und poppiger ausfällt als ihr Vorgänger: schmachtende Schunkler, Everly Brothers-Semicover und Uptempo-Rabauken. Immer kühl und kühn – und ohne wirkliche Ödnis zuzulassen. (maw)

   

Whip It On
(EP, 2003, Columbia/Sony Music 5107539)

Do It Yourself! Heute: Garagenrock. Man recycle vom Schrottplatz minderwertige Instrumente, drehe den krakeelenden Verstärker auf Anschlag und lege los. Auf Details muss verzichtet und der Gesang möglichst lethargisch-abgefucked platziert werden. Eine Produktion ist abdingbar, denn der Sound des Vierspur-Rekorders klingt eh viel authentischer.

Immer getreu dem Motto: Wenn man es schon nicht kann, muss es wenigstens cool aussehen.
Das Kopenhagener Duo sägt sich dergestalt durch eine quirlige Promenadenmischung aus New Wave, Garagenlärm und Surfpop. Acht unbehauene, dynamisch austeilende Zweieinhalbminüter mit trashigem Charme und prägnanter Individualität. (maw)



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