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Misty Paradise
(1994, EMI 830474.2)
Diese ausdrucksstarke, voluminöse, Stimme, ein entschiedener Alt, könnte aus einem verrauchten Jazzclub in Chicago oder einer hippen Soul-Lounge in New York kommen. Tut sie aber nicht. Die Songs von »MISTY PARADISE«, Hanne Boels fünftem Album, sind in Kopenhagen entstanden. Dem US-Mainstream-Soul erweist die Dänin voller Respekt ihre Referenz. Anklänge an Tina Turners ruhigere Stücke sind nicht zu überhören. Das klingt gefällig und ist professionell gemacht: Das Saxofon darf röhren, die Gitarre auch mal ein Hardrock-Solo spielen, die Background-Girls sich stimmlich in den Hüften wiegen und der unvermeidliche Gospelchor seinen Kurzauftritt haben.
Hanne Boel hat sich den Vorbildern so sehr angenähert, dass sie ohne Probleme auch in Chicago bestehen könnte. Sanft und sehnsuchtsvoll, aber auch mit Druck, Energie und Tiefe. Nur Bob Dylan hätte sie bleiben lassen sollen: »A Hard Rain's A Gonna Fall« haben wir in der Interpretation von Joan Baez (und anderen) schon überzeugender gehört. (emv)
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