|
Eine kleine Kraftmusik
(2004, Lahrmsteiner Elite Lahrm 1815)
»Eine kleine Kraftmusik von Norwegens wilder Westküste. Dramatische und poetische Musik voller Lebenslust.« So steht es im Booklet. Ein Hinweis darauf, dass Gabriel Fliflet und Ole Hamre ihr deutsches Publikum wichtig ist. Sämtliche Texte – der Einleitungstext ebenso wie alle Song-Erläuterungen – finden sich dort dreisprachig: norwegisch, englisch und eben deutsch. Überhaupt sind die beiden Bergenser Musiker von Welt: ein westnorwegischer Kindervers, ein mazedonisches Liebeslied, eine rumänische Tanzweise, ein schwedischer Schmachtfetzen von den Ålandinseln (wo Fliflet herkommt) oder ein jiddischer Tanz bilden die Eckpunkte dieser alle Grenzen sprengenden Volksmusik-Reise.
Fliflet spielt ein trunkenes Akkordeon oder eine singende Säge und singt (oder bellt ethnisch); Knut Reiersrud zupft als Gast seine gewohnt bravouröse Slide-Gitarre. Hamre schließlich übernimmt alle – manchmal über die eigenen Füße stolpernden – Schlaginstrumente, die Melodika, und er steppt. Und spielt akustische Absonderlichkeiten wie sein selbst konstruiertes »Hamrofon« oder eine mit Wasser gefüllte Bettpfanne, was im Ergebnis einen furiosen Folk-Cocktail ergibt für Menschen, die zu feiern wissen. Eine wirklich formidable kleine Kraftmusik! (lha)
|