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Quiet Inlet
(2010, ECM/Universal ECM 2163)
Eigentlich ist das Wichtige dieses Albums das, was man nicht hört: die Stille im Hintergrund. Es scheint so, als würden Thomas Strønen und Iain Ballamy, der Drummer und der Saxophonist des Duos Food, diese Stille die ganze Zeit gleichzeitig umkreisen und damit verhindern. Aber dass sie da ist, lässt sich nicht leugnen.
Dieser Tanz um die Stille, für den sich das Duo noch den Trompeter Nils Petter Molvær und den Elektroniker Christian Fennesz als Verstärkung für einige Tracks gemietet hat, ist eine ziemlich hypnotische Sache. Strønens halb akustische, halb elektronische Art des Schlagzeugspiels hat immer etwas Ruheloses, klinisch Nervöses. Geräusche, als würden viele Ameisen mit stählernen Füßen über Trommeln und Becken laufen. Wispernde Geräusche, aus denen manchmal ein instabiler Beat herauswächst und wieder zusammenfällt. Dazu Ballamys tastendes Saxophonspiel, das stets nur aus einer ziellosen Reihe einzelner Töne zu bestehen scheint, die aber doch einen untergründigen Sinn ergeben.
Zu Molværs Verdiensten in diesem Musikgenre muss man nicht mehr viel sagen – er passt einfach hierher. Die Kooperation mit Christian Fennesz ist erstaunlicher – aber auch ergiebiger. Fennesz benutzt seine Gitarre als Klanggenerator, mit dem Computer erzeugt er aus ihrem Tonsignal wispernde bis reißend dröhnende Klangwände. Eine wundervolle Kulisse für Foods stilles Getänzel. »QUIT INLET« ist eine CD für diese Momente, in denen einem das Drumherum eigentlich zu still ist, aber man trotzdem eigentlich keine Musik ertragen kann. Bis auf diese. (sep)
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