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Alle Rezensionen zu Efterklang
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Magic Chairs
(2010, 4AD CAD3X01CD)

Der Hörer kommt sich auf »MAGIC CHAIRS« vor wie Alice, als sie das erste Mal das Wunderland betritt. Alles ist ungewohnt und bekannt zugleich, phantastisch und doch real. Man wähnt sich wie im Märchenwald und schafft es nach dem wunderbar perlenden Klavier-Intro von »Modern Drift« gerade noch so, die Kinnlade wieder anzuwinkeln, während um einen herum so viel passiert, dass sämtliche Sinneskanäle maximale Reizimpulse ins Gehirn funken. Gerade weil Efterklangs Musik eine besonders menschliche Aura besitzt, sprühen hier kleine Glücksfunken wie von einer langsam herab brennenden Wunderkerze.

Waren die ersten Gehversuche noch etwas ungelenk, so implementieren nun zunehmend mehr Griffigkeit und mehr Melodien in ihr Schaffen und fahren die elektronischen Einsprengsel etwas zurück. Der Opener entfesselt das Klavier und lässt Melodiebögen aufziehen, die wunderlich und wunderschön harmonieren und den Wohlfühlfaktor um ein paar Grad nach oben schrauben. Mit freundlichen Chören, Blechbläsern und Streichern werden auch noch die letzten Kanten geschliffen. Kaum ist mehr etwas von der Postrock-Vergangenheit zu spüren, auch nicht von den elektronischen Einsprengseln der ersten Schaffensperiode. Dafür wird es auch zunehmend intimer und auch zugänglicher, wie bei »Natural Tune«, das mit zurückgenommenem Kammerpop aufwartet, den The National nicht besser hätten inszenieren können. »Scandinavian Love« hingegen bietet eine vorsichtig tänzelnde Mischung Cleverness, die selbst Alice hätte staunen lassen. (maw)



Siehe auch:
Our Broken Garden

 Efterklang: Magic Chairs

Offizielle Website

Offizielle Website      www.efterklang.net

   

Under Giant Trees
(2007, Leaf Label DOCK46)

Sie haben endlich die Brücke geschlagen, die isländisch klingendste Band außerhalb Islands. Das Streicherquartett Amiina durfte für dieses Minialbum träumerische Streicherparts einspielen. Den Rest erledigen die fünf Kopenhagener mit sturer Gelassenheit. Quadratmetergroße Keyboardflächen bieten ausreichend Nährboden für schamhaft zuckrige Gitarrenklänge, elektronische Einsprengsel, Pianomotive und ganze Armeen von Streichern.

Die fünf Songs sind dabei entfesselter und ausstaffierter als die bisher bekannten Lieder, ziehen Melodiebögen auf und lassen sich gar zu elfenhaften Luftsprüngen hinreißen. Und wenn zwischendurch dann doch hie und da in der süßlichen Ereignislosigkeit gebadet wird, dann im guten Gewissen, dass man ein wunderschön gestaltetes und obendrein limitiertes Kleinod erstanden hat. (maw)



Siehe auch:
Amiina

   

Parades
(2007, Rumraket 0843190005826)

Nirgends passt das Prädikat »organisch« besser, als auf die versponnenen, warmen Sounds dieser dänischen Combo. Die elektronischen Einsprengsel wurden minimiert, die dynamischen Stimmen werden als Instrument immer wichtiger, und so ersprießt sich eine wunderbar opulente und ganz eigene Welt, die viel Freiraum für eigene epische Bilder und Assoziationen öffnet.

Da springt einen nichts an oder nimmt gleich beim ersten Kontakt für sich gefangen, jedoch hat PARADES« alles, was ein Postrock-Album braucht: Schönheit, Tiefe und Stimmigkeit. Und gerade in herbstlichen Zeiten ist diese Schlurfigkeit mehr als ein Gewinn: als optimale Begleitung an stürmischen Tagen, als Fluchtmobil aus der Realität. (maw)

   

Tripper
(2004, The Leaf Label/Hausmusik BAY 40 CD)

Hei,
»Herr der Ringe« gesehen? Alle drei Teile und in einem Rutsch? Gute Sache, ja? Dann sind für Dich Efterklang genau richtig, frei zu übersetzen mit »nach dem Klang«, eventuell »Hall«. Denn die zehnköpfige Band um Mads Brauer und Casper Clausen bietet die richtige Musik, wenn man aus tiefer Seele irgendwie nach dem Bösen und dem Hellen an sich in sich sucht. Dazu bildet sie voluminöse Soundlandschaften aus bombastischen Synthieflächen; ein gemischter Chor eilt ebenso zur Hilfe wie singende Grönländer. Zwei isländische Geigerinnen sind auch dabei, die schon mit Múm gespielt haben. Hilft nicht. Die Musik bleibt zuckrig wie Sigur ohne Ros.

Zwischendurch gibt es ein paar nette Ansätze. Dann entflieht man dem rein Orchestralen und lässt ein paar kratzige Lines laufen; stottert, unterbricht sich in seiner Selbstgefälligkeit. Doch es hält nicht lange an – schon wird wieder zum Steinerweichen gegeigt und trompetet, und elfenhafte Stimmchen lullen uns ein. Na ja, Dir wird das gefallen, und das ist auch in Ordnung. Aber grüß Gandalf von mir! (frk)



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