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Magic Chairs
(2010, 4AD CAD3X01CD)
Der Hörer kommt sich auf »MAGIC CHAIRS« vor wie Alice, als sie das erste Mal das Wunderland betritt. Alles ist ungewohnt und bekannt zugleich, phantastisch und doch real. Man wähnt sich wie im Märchenwald und schafft es nach dem wunderbar perlenden Klavier-Intro von »Modern Drift« gerade noch so, die Kinnlade wieder anzuwinkeln, während um einen herum so viel passiert, dass sämtliche Sinneskanäle maximale Reizimpulse ins Gehirn funken. Gerade weil Efterklangs Musik eine besonders menschliche Aura besitzt, sprühen hier kleine Glücksfunken wie von einer langsam herab brennenden Wunderkerze.
Waren die ersten Gehversuche noch etwas ungelenk, so implementieren nun zunehmend mehr Griffigkeit und mehr Melodien in ihr Schaffen und fahren die elektronischen Einsprengsel etwas zurück. Der Opener entfesselt das Klavier und lässt Melodiebögen aufziehen, die wunderlich und wunderschön harmonieren und den Wohlfühlfaktor um ein paar Grad nach oben schrauben. Mit freundlichen Chören, Blechbläsern und Streichern werden auch noch die letzten Kanten geschliffen. Kaum ist mehr etwas von der Postrock-Vergangenheit zu spüren, auch nicht von den elektronischen Einsprengseln der ersten Schaffensperiode. Dafür wird es auch zunehmend intimer und auch zugänglicher, wie bei »Natural Tune«, das mit zurückgenommenem Kammerpop aufwartet, den The National nicht besser hätten inszenieren können. »Scandinavian Love« hingegen bietet eine vorsichtig tänzelnde Mischung Cleverness, die selbst Alice hätte staunen lassen. (maw)
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