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Vikingligr Veldi
(1994, Voices Of Wonder Anti Mosh 008)
Eigentlich sollte das offizielle Debüt »VIKINGLIGR VELDI« auf Euronymus' Label Deathlike Silence Productions erscheinen – doch bevor es soweit kam, ermordete ihn sein Mayhem-Bandkollege Count Grishnackh. So widmeten die Enslaved-Gründer Grutle Kjellson und Ivar Bjørnson das Album Euronymus; veröffentlicht wurde es über Voices Of Wonder. Der 51-Minüter erreichte unverständlicherweise nie denselben Kultstatus wie Emperors »IN THE NIGHTSIDE ECLIPSE«, Mayhems »DE MYSTERIIS DOM SATHANAS« oder vielleicht noch Darkthrones »UNDER A FUNERAL MOON«.
Unverständlich deshalb, weil schon der Opener »Lifandi Lif Undir Hamri« ein gigantisches Stück Schwarzmetall ist: Er beginnt mit einer verdammt prägnanten Keyboardmelodie, die restlichen Instrumente schließen sich an, wiederholen hypnotisch die immer gleiche Melodie, der Gesang ist wohldosiert, dadurch sehr viel intensiver / effektiver als permanentes Gekrächze; die Musiker steigern das Tempo, ziehen den Hörer in einen sich immer schneller drehenden Strudel hinab. Ein gedrosselter, satt groovender Part schleißt sich an, kaum daran gewöhnt, schalten die Norweger noch mal einen Gang runter, ein kurzes Zwischenspiel und sie nehmen wieder Fahrt auf. Und bremsen wieder ab. Erstaunlich, welche Wirkung sie mit gekonnt eingesetzten, minimalen Mitteln erreichen. Das gilt für alle fünf Songs: Keyboard und Gesang sind perfekt dosierte, immer brillant, aber nie penetrant, die Geschwindigkeitswechsel bemerkenswert platziert. … bis das Werk leider mit dem elektrisch-akustischen Instrumental »Norvegr« endet.
Vermutlich liegt das mangelnde Hitpotential einfach nur am, für viel unaussprechlichen, Namen oder der Länge der Lieder: Bis auf »Heimdallr« bewegen sich alle im Elfminuten-Bereich. Fazit: Kalt, intensiv, voll dunkler Schönheit – hören, hören, hören! (nat)
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