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Man Up
(2008, Iceberg ICE CD 600)
Geiles Cover. Musikalisch schnüren die dänischen The Blue Van auf dem dritten Album »MAN UP« zwar immer noch ihre Retroschuhe, geben sich aber etwas experimentierfreudiger: Nach einem retrolastigen Opener garnieren sie den Titeltrack mit Rhythmen à la Marilyn Manson, bevor sie das Rad 30,40 Jahre zurückdrehen, zu »Silly Boy«. Diese erste Singleauskopplung erreichte Platz Fünf der offiziellen dänischen Airplay Charts – wobei das nicht mein Ohrwurm Nummer Eins auf dieser Scheibe wäre. Eher »There Goes My Love«, mindestens ebenso eingängig, aber einen Tick schneller mit ordentlich Groove.
Das Quartett um Steffen Westmark liebt es puristisch, erdig und legt trotz allgegenwärtiger Orgel den Schwerpunkt auf raue Gitarrenriffs. Ja, die letzten Jahrzehnte der Rock- und Popgeschichte ließen die Dänen völlig kalt, ja ihre Vorbilder heißen The Kinks, The Small Faces, The Who oder The Beatles und ja es gibt viele Retrocombos. Aber wer seine Mucke so aufrichtig, so erfrischend, mit soviel Unbekümmertheit spielt, der darf das. Auch im Jahre 2008. Noch eine Anmerkung zum Bandnamen: Wo in der Schweiz »s geel /gääle Wägeli« vorfährt, kommt in Dänemark »den blå varevogn«, der blaue Van, welcher Verwirrte und psychisch Kranke abholt und in entsprechende Kliniken bringt. (nat)
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