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This Time
(2012, Divine Records)
Ist gefällig ein Schimpfwort? Aber nicht doch! Artiger Trippel-Trappel-Retropop hat seine wohlige Nische. Putzigkeit und Nettigkeit besetzen freundlich lächelnd ihre Ecke. Genau so verhält es sich mit dem vierten Labrador-Longplayer »THIS TIME«, für den sich der dänische Wahl-Berliner Flemming Borby mit seinem Landsmann und Psychedelik-Guru Johnny Stage zusammengetan hat. Die Herren schließen sich im legendären Studio P1 auf dem ehemaligen DDR-Radiogelände ein, in dem die Zeit vor 40 Jahren stehen geblieben ist. Schwelgen in der guten alten Zeit, in der es noch 24-Track-Tapemaschinen und ARP-Synthesizer aus Bowies Berliner Tagen gab. Die Idee dahinter ist, dass sich Labrador mit der Rückbesinnung auf die frühen 70er neu erfinden will.
Aber: Einmal Tweepopper, immer Tweepopper. Flemming Borby kann nicht aus seiner Haut. Er bleibt ein verspielter Träumer, ein melancholischer Bohemien, ein sternäugiger Romantiker. Da kommen die gesammelte Retro-Studiotechnik und das Simulieren bewusstseinserweiternder Stimulanzien nicht dagegen an. Da helfen weder Claviolinen noch Stylophone. Songs wie das sensible »The Story Goes On«, das eine Trennungsgeschichte hinter tapferer Lässigkeit versteckt, oder das entspannt flanierende »Summersongs In The Snow« sind und beiben klassischer Befindlichkeitspop, den man sich um den Hals legen mag wie einem kuscheligen Schal aus Angorawolle. (emv)
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