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Alle Rezensionen zu Labrador
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Goodbye Susanne
(2002, Divine Records DIV001CD)

Ob er jemals gefunden wird, der perfekte Popsong? Labrador suchen jedenfalls eifrig neben den Lightning Seeds, Pet Shop Boys und St. Etienne, zwischen cremig aufgeschäumten SynthesizerSchwelgereien und auswattierten Gitarrenparts. Kandiert von den naiv-braven Stimmen von Luise Fuhr und Gesangspartner Flemming Borby, der die Band 1998 in Kopenhagen gründete.

Softe Trompetensounds verbreiten Sonntagnachmittags-Kaffeekränzchenstimmung während die Farfisa-Orgel in 60er-Jahre-Manier die Bilderbuch-Idylle umschmeichelt. So werden mit einem locker-flockigen Refrain Susanne, Stefanie und Sandy abserviert, noch ein wenig Apfelsaft nachgeschänkt und ein herziger Ausflug mit einem blauen Ballon gemacht. Ein überzeugend produziertes und durchaus liebevolles Easy-Listening-Album, überlaufend vollgestopft mit Bonbon-Melodien und kuschelweichem Vernell-Charme. Hier ist die Welt noch so was von heile, dass es einem aber auch ganz schnell auf die Nerven gehen kann. (maw)

 Labrador: Goodbye Susanne

Offizielle Website

Offizielle Website      www.labrador.dk

   

Caleidoscope Aeroplane
(2009, Divine Records Divine004)

Da wünscht man sich einen Atomkrieg, einen winzig kleinen wenigstens. Oder wenigstens zehn Stunden Splatterfilm-Dauerbeschalltung für Flemming Borby! Irgendwann muss doch endlich mal Schluss sein mit rosarot und romantischem Gedudel. Neuerdings zuckert er seinen Milchkaffee mit Bossa Nova nach. Die latente Buena Vista Social Club-Anbiederung, Mitschunkeln inklusive.

Denn wenn einem nichts mehr einfällt, dann spielt man sein Album eben mit kubanischen Musikern ein und verkauft diesen Trip als Erfahrung von Welt und persönlicher Reifeprozess. Nützt aber nix, wenn man über den Sahnepop angehauchte Wattevocals pustet, die mit einem Schmalzton genug Brot für die Welt schmieren könnten. Ein Album, schrecklich nett wie immer. Es ist nicht auszuhalten. (maw)

   

Instamatic Lovelife
(2004, Kick Records 248190)

Und schon wieder eine Band, die die Popmusik retten wird, möchte man einigen kursierenden Rezensionen glauben schenken. Zwar könnte Labradors »INSTAMATIC LOVELIFE« ein Freund all jener werden, die sich bedingungslos dem Sixties- und Seventies-Pop verschrieben haben. Allen anderen jedoch dürfte das Album schon nach dem dritten Song aus den Ohren quellen mit seiner fürchterlichen Grausamkeit aus watteweichem, fröhlich-beschwingtem Duett-Gesang und verträumt-romantischen Arrangements.

Zuckersüße Synthesizer, verzerrt trötende Jazz-Trompeten und swingende Songs über das Leben in Amsterdam geben dem Album einige musikalische Höhepunkte, können aber nicht über die Tatsache hinwegtrösten, dass die Songs schlichtweg zu lang sind. Man muss ein Freund der Unbeschwertheit sein, um dieses Album genießen und wertschätzen zu können. Ansonsten: Finger weg. (lic)



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