Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Labrador
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

This Time
(2012, Divine Records)

Ist gefällig ein Schimpfwort? Aber nicht doch! Artiger Trippel-Trappel-Retropop hat seine wohlige Nische. Putzigkeit und Nettigkeit besetzen freundlich lächelnd ihre Ecke. Genau so verhält es sich mit dem vierten Labrador-Longplayer »THIS TIME«, für den sich der dänische Wahl-Berliner Flemming Borby mit seinem Landsmann und Psychedelik-Guru Johnny Stage zusammengetan hat. Die Herren schließen sich im legendären Studio P1 auf dem ehemaligen DDR-Radiogelände ein, in dem die Zeit vor 40 Jahren stehen geblieben ist. Schwelgen in der guten alten Zeit, in der es noch 24-Track-Tapemaschinen und ARP-Synthesizer aus Bowies Berliner Tagen gab. Die Idee dahinter ist, dass sich Labrador mit der Rückbesinnung auf die frühen 70er neu erfinden will.

Aber: Einmal Tweepopper, immer Tweepopper. Flemming Borby kann nicht aus seiner Haut. Er bleibt ein verspielter Träumer, ein melancholischer Bohemien, ein sternäugiger Romantiker. Da kommen die gesammelte Retro-Studiotechnik und das Simulieren bewusstseinserweiternder Stimulanzien nicht dagegen an. Da helfen weder Claviolinen noch Stylophone. Songs wie das sensible »The Story Goes On«, das eine Trennungsgeschichte hinter tapferer Lässigkeit versteckt, oder das entspannt flanierende »Summersongs In The Snow« sind und beiben klassischer Befindlichkeitspop, den man sich um den Hals legen mag wie einem kuscheligen Schal aus Angorawolle. (emv)

 Labrador: This Time

Offizielle Website

Offizielle Website      www.labrador.dk

   

Caleidoscope Aeroplane
(2009, Divine Records Divine004)

Da wünscht man sich einen Atomkrieg, einen winzig kleinen wenigstens. Oder wenigstens zehn Stunden Splatterfilm-Dauerbeschalltung für Flemming Borby! Irgendwann muss doch endlich mal Schluss sein mit rosarot und romantischem Gedudel. Neuerdings zuckert er seinen Milchkaffee mit Bossa Nova nach. Die latente Buena Vista Social Club-Anbiederung, Mitschunkeln inklusive.

Denn wenn einem nichts mehr einfällt, dann spielt man sein Album eben mit kubanischen Musikern ein und verkauft diesen Trip als Erfahrung von Welt und persönlicher Reifeprozess. Nützt aber nix, wenn man über den Sahnepop angehauchte Wattevocals pustet, die mit einem Schmalzton genug Brot für die Welt schmieren könnten. Ein Album, schrecklich nett wie immer. Es ist nicht auszuhalten. (maw)

   

Instamatic Lovelife
(2004, Kick Records 248190)

Und schon wieder eine Band, die die Popmusik retten wird, möchte man einigen kursierenden Rezensionen glauben schenken. Zwar könnte Labradors »INSTAMATIC LOVELIFE« ein Freund all jener werden, die sich bedingungslos dem Sixties- und Seventies-Pop verschrieben haben. Allen anderen jedoch dürfte das Album schon nach dem dritten Song aus den Ohren quellen mit seiner fürchterlichen Grausamkeit aus watteweichem, fröhlich-beschwingtem Duett-Gesang und verträumt-romantischen Arrangements.

Zuckersüße Synthesizer, verzerrt trötende Jazz-Trompeten und swingende Songs über das Leben in Amsterdam geben dem Album einige musikalische Höhepunkte, können aber nicht über die Tatsache hinwegtrösten, dass die Songs schlichtweg zu lang sind. Man muss ein Freund der Unbeschwertheit sein, um dieses Album genießen und wertschätzen zu können. Ansonsten: Finger weg. (lic)

   

Goodbye Susanne
(2002, Divine Records DIV001CD)

Ob er jemals gefunden wird, der perfekte Popsong? Labrador suchen jedenfalls eifrig neben den Lightning Seeds, Pet Shop Boys und St. Etienne, zwischen cremig aufgeschäumten SynthesizerSchwelgereien und auswattierten Gitarrenparts. Kandiert von den naiv-braven Stimmen von Luise Fuhr und Gesangspartner Flemming Borby, der die Band 1998 in Kopenhagen gründete.

Softe Trompetensounds verbreiten Sonntagnachmittags-Kaffeekränzchenstimmung während die Farfisa-Orgel in 60er-Jahre-Manier die Bilderbuch-Idylle umschmeichelt. So werden mit einem locker-flockigen Refrain Susanne, Stefanie und Sandy abserviert, noch ein wenig Apfelsaft nachgeschänkt und ein herziger Ausflug mit einem blauen Ballon gemacht. Ein überzeugend produziertes und durchaus liebevolles Easy-Listening-Album, überlaufend vollgestopft mit Bonbon-Melodien und kuschelweichem Vernell-Charme. Hier ist die Welt noch so was von heile, dass es einem aber auch ganz schnell auf die Nerven gehen kann. (maw)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2012, Design & Programmierung: Polarpixel