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Kreken
(2010, Rune Grammofon RCD 2101)
Dieses Album ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Nicht nur, weil Rune Grammofon es auch in einer auf 250 Exemplare limitierten Sonder-Edition inklusive 10" herausgibt. Und auch nicht nur, weil sich Elektro-Tüftler Espen Sommer Eide hier handwerklich nochmal selbst übertrifft. Sondern vor allem wegen des zwar oft, aber noch nie so gelösten Anspruchs, Volksmusik mit modernen, avantgardistischen Ausdrucksformen zu verknüpfen.
Was Eide tut, ist eigentlich einfach. Er sampelt Stücke und Klänge von traditionellen Instrumenten, den Gesang von drei Folksängerinnen, Flötentöne und andere Geräusche: Klatschen, Stampfen, Rauschen. Der nächste Schritt aber ist der ebenso schwierige wie geniale: die Samples so zu verfremden, zu zerschneiden, auszudünnen und dann wieder zusammenzusetzen, dass etwas komplett Neues entsteht, was aber seinen Ursprung immer noch deutlich hörbar in sich trägt.
Und so stoßen wir in Tracks mit seltsamen norwegischen Ortsnamen wie Kvaale, Gubijinso, Morki oder Mendel auf futuristische, ebenso fremdartige wie anheimelnde, ebenso verwirrende wie berührend schöne Volksmusik-Schatten aus Klang. Schatten von Hardanger-Fiedeln, Harmonium, kehligem Klagegesang und Stampftanz. Ein höchst innovativer Beitrag zum großen Thema »Tradition und Moderne«. Und unbedingt hörbar dazu - trotz des »Avantgarde«-Etiketts. (sep)
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