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Alle Rezensionen zu Jens Lekman
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Oh, You're So Silent, Jens
(LP, 2005, Secretly Canadian 656605012619)

Es war eine wohlüberlegte Kurzschlussreaktion. Das Touren zu anstrengend, die eigenen Songs an Bestehendem gemessen nicht mehr zufriedenstellend. Jens verkaufte alle Instrumente, heuerte in einer Bingo-Halle an und beendete seine Karriere. »OH, YOU'RE SO SILENT, JENS« soll sein Vermächtnis sein. Eine Zusammenstellung von 17 Songs aus alten EPs und wenigen neuen Tracks. Ein spannendes Singer/Songwriter-Meisterwerk!

Mit federnder Leichtigkeit und dunklem Humor gespickt schlängelt er sich durch die Leben in seinen Songs. Mitunter ist das wie ein verwegener Traum, der da aufleuchtet und langsam ausdimmt und dabei eine subtile musikalische Weltreise macht: Amerika, Hawaii, Schweden fügen sich wie selbstverständlich zusammen. Die unterschiedlichen Soundqualitäten täuschen nicht darüber hinweg, dass dieses Album zusammen gepuzzeltes Stückwerk ist. Allerdings stört dies nicht im geringsten, denn die Kurven und Brüche finden ihre ganz eigene Entsprechung in Musik und Text. Nach zwei Monaten Bingo schmiss er übrigens hin und widmet sein Leben nun vollends der Musik. Eine sehr wohlüberlegte Kurzschlussreaktion. (maw)



Siehe auch:
Suburban Kids With Biblical Names

Jens Lekman: Oh, You

Offizielle Website

Offizielle Website      www.jenslekman.com

   

Night Falls Over Kortedala
(2007, Secretly Canadian 0656605016023)

Nein, es ist kein Gegenentwurf zu irgendwas. Es ist die pure Liebenswürdigkeit, verpackt in aberwitzige Geschichtchen, skizzenhafte Alltagsbeobachtungen und spontane Verstiegenheiten, die überbordend aus diesem Album quillt.

Ebenso wenig ist der Göteborger darauf bedacht, etwas anderes als Pop zu zelebrieren. Mal pflegt er karibische Anflüge, New Wave- oder klimpernde Kammerpop, sampelt oder zupft eben selbst. Man mag ihm Nichtigkeit und Momenthaftigkeit unterstellen, aber das kann niemand im Schwedenland so wie er. Mal lässig, mal aufgekratzt und immer doch so charmant und talentiert, wie es ihm 2007 keiner nachmachen wird. Ein Album, in Glück ertrunken. (maw)

   

Maple Leaves
(EP, 2004, Service BOR-SERV-009)

Es gibt keinen Zweiten wie ihn. Jens Lekman ist 23 Jahre jung und immer schick in Anzug gekleidet. Eine elegante Erscheinung eben, die der Herzlichkeit erlegen ist und eine Passion für Hochzeitskonzerte hegt. Allerdings spielte der Schwede diesen Sommer erstmal auf einer Vielzahl von Festivals und tummelte sich mit »You Are The Light« in den MTV Nordic-Charts.

Auf der EP beleuchtet er in fünf liebkosenden Stücken mit Trompeten und Piano, viel Ironie und Popleichtigkeit, Glockengeläut und balladeskem Feingefühl die Facetten des wohl schönsten Gefühls der Welt – die Liebe. Das klingt unglaublich erwachsen, und es entfaltet sich beim Hören ein warmes, wohliges Gefühl, bis einem plötzlich selbst die Sonne aus dem Arsch blinzelt. Tolle Mischung aus Belle & Sebastian, Adam Green und Morrissey! (lic)



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