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Helsinki – Shangri-La
(2010, Xource XOCD003)
Deckung, spitze Zunge! Achtung, aggressive Attitüde! Paleface, der unberechenbare Wortberserker, geht auf seinem vierten Album »HELSINKI SHANGRI-LA« bitterböse auf Konfrontationskurs mit der landestypischen Konsenskultur. Im Titelstück rechnet er poppig rappend mit Faschisten, wahren Finnen und Schwulenhassern ab, bis die Wände vor solcher Wortgewalt wackeln. Man muss der Landesprache nicht mächtig sein um zu spüren, dass hier ein präzise Beobachtender das herrschende System erbarmungslos seziert. Auf dem Albumcover brennt die Hauptstadt schon.
Rap und urbaner Hip Hop werden erfreulicherweise nicht als eindimensionale Agit-Prop-Instrumente eingesetzt. Oh nein, der Sänger, der sein Haupt mit Vorliebe unter dem Hoodie verbirgt, ist durchaus einfallsreich in der Wahl seiner Stilmittel: Schlager, orientalischer Kitsch, finnisches Volksliedgut, Rock und Pop und sogar eine für die eigenen Zwecke eingespannte, aufmüpfige Version von Procol Harums »Whiter Shade Of Pale«. Der Paleface-Aufstand ist nicht nur anarchisch und respektlos, sondern erfreulicherweise höchst tanzbar. Die Revolution muss Spaß machen! (emv)
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