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Alle Rezensionen zu Oddjob
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Koyo
(2004, Amigo AMCD896)

Mit beschwingt-schleppenden Trommeln startet Janne Robertson »Their Song«, und Peter Forss (b) und Daniel Karlsson (key) legen die Basis für Goran Kajfes' Trompete sowie Per »Ruskträsk« Johanssons Altsax. Zusammen packen sie den Hörer in einen weichen, chilligen Kokon aus modern-relaxten Grooves, schönen Melodien und feinen Soli, die erst beim wiederholten Hören ihre Klasse offenbaren.

Hier ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile: Odd Job erschaffen einen ganz eigenen, faszinierenden Klangkörper und tönen wie aus einem Guss. Das Kraftwerk-Cover »Man Machine« ist ein achtminütiger Trip aus kühlen Melodien und warmen Sounds. Dennoch blitzen die einzelnen Teile: Robertson spielt ziemlich unkonventionell mit wenig Becken, Karlsson soliert formidabel in »Malmö-Lund«, »Titanic« kommt als bester Soul-Jazz im 21. Jahrhundert daher, und in »Return Of The Party Animal« entpuppt sich Johansson als eben dieses. Bei Goran Kajfes schließlich fragt man sich frustriert, warum der noch nicht internationalen Superstar-Status hat. Tolle Band, großartige Platte! (tjk)



Siehe auch:
Goran Kajfes
Daniel Karlsson

 Oddjob: Koyo

   

Clint
(2010, ACT/Contraire 9494-2)

»Clint«. Und der Lauf eines Revolvers. Deutlich genug, oder? Hier geht es um Clint Eastwood, oder genauer: um die Soundtracks seiner Filme, die die schwedischen Querköpfe einer Radikalkur unterziehen. In der Gruppe Oddjob versammeln sich nicht nur fünf fabelhafte Solisten, sondern auch sehr erfahrene Musiker mit einer Vorliebe für verschrobene Jazz-Spielarten.

Den Fokus legten Oddjob besonders auf frühe Eastwood-Filme, denn laut eigener Aussage haben »die 60er und 70er Jahren die Band stärker inspiriert als spätere Aufnahmen«. Das aggressive »Scorpio’s Theme« etwa, das Lalo Schiffrin für »Dirty Harry« komponierte, klingt bei Oddjob noch manischer und unheimlicher. Und wie Goran Kajfes und seine Kompagnons allseits bekannte Evergreens wie »The Good, The Bad And The Ugly« oder »Hang Em High« mit diebischer Freude verhackstücken, dürfte nicht zuletzt Clint Eastwood ein breites Lächeln ins zerfurchte Gesicht zaubern! (peb)

   

Sumo
(2008, ACT/Contraire 9472-2)

Zumindest personell unverändert steuert das Oddjob-Spaceship durch Raum und Zeit, hat sich aber mittels Zeitmaschine in die frühen 70er beamen lassen. Sowohl klangästhetisch wie kompositorisch schürft das schwedische Quintett in spätem Souljazz und frühem Jazzrock; als Fixsterne fungieren Horace Silver und Weather Report, denen auch gleich je ein Stück gewidmet ist.

Als weitere Eckpfeiler kann man noch Psychedelic Rock dieser Zeit (manchmal klingen sie wie Grateful Dead ohne Gitarren) und Film-Soundtracks (man denke an »Die Zwei«) orten, aber Oddjob klingen inzwischen absolut eigenständig – und die intensive Arbeit merkt man der Band an: ein groovendes Kollektiv aus fabelhaften Solisten. Retro-futuristisch. (tjk)



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