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Mélange Bleu
(2006, ACT/Contraire 9604-2)
Lars Danielsson, schwedischer Bassist, Cellist und Pianist, Komponist und Arrangeur trifft mit dem Titel »MÉLANGE BLEU« exakt ins Blaue: Dieses feine Album ist eine sanfte Mischung aus nordisch-kühlem Jazz mit unaufdringlichen Ambient-Sounds. Die für diesen Kontext richtigen Kompagnons sind freilich auch dabei: Jon Christensen (dr) schleicht meisterlich filigran um den Beat herum; Nils Petter Molvær haucht verhallte Trompetentöne, zwischen die Eivind Aarset seine typischen Gitarrensprengsel streut. Pianist Bugge Wesseltoft bleibt seinem Ruf als Tastenstreichler treu.
Für größtenteils chillige Ambient-Beats sorgen Jan Bang und Pål »Strangefruit« Nyhus, dazu das Copenhagen Concert Orchestra – allein an der Besetzung kann man ablesen, dass es Danielsson um Klangfarben geht, um Stimmungen, um schöne Melodien, um feine Details, um Wiederholungen und kleine Veränderungen, um Entwicklung eines Stückes wie des 20-minütigen »Judas Bolero« mit melancholischer Trompete und orchestralen Nuancen. Durchaus hohe Kunst, aber das Salz in der Suppe geht dann doch ab: Die genannten Musiker liefern genau das ab, was man von ihnen erwarten kann. Überraschungsmomente gibt es kaum, und fast möchte man sagen: gepflegte Langeweile, aber auf höchstem Niveau. Eine feine blaue Stunde eben. (tjk)
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