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Alle Rezensionen zu Sweatmaster
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Dig Up The Knife
(2010, Fullsteam Records FS173CD)

Schade, schade, schade: Auf »DIG UP THE KNIFE« ist kein Stück vom Kaliber »Animal« (Titeltrack des Vorgängers). Kein Ausbrecher nach oben findet sich auf dem Viertling Sweatmasters, die elf Songs sind qualitativ homogen. Das Trio Sasu Mykkänen, Matti Kallio und Mikko Luukko fabriziert kratzigen Stoner-/Garagenrock in eher gedrosseltem Tempo mit leichtem Blues-/Soul-Einschlägen. Weniger punkig, häufig weniger treibend als – vor allem live – gewohnt, leider.

Kurze, wütende Ausbrüche bremsen die Finnen meistens sofort wieder aus, was ihnen in »One Hand Stand« allerdings sehr gut gelungen ist: die gekonnten Tempowechsel machen das Lied zu einem Hinhörer. Der 32-Minüter ist beileibe kein schlechtes Album, er hat durchaus gefällige Momente, wie das verwaschene »Dirty Man«, das erwähnte »One Hand Stand« oder das stampfende »Run Run«. Das Werk weist aber seiner kurzen Spielzeit zum Trotz einige Längen auf und kann sich nach Verklingen des letzten Tones nicht im Ohr festbeißen. Schade. (nat)

 Sweatmaster: Dig Up The Knife

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sweatmaster.net

   

Animal
(2007, Fullsteam Records FS-067)

Sweatmaster zelebrieren Garagenrock in Brühwürfelform: konzentriert, konsequent, knackig. Verschnaufpausen gibt es auf der dritten Veröffentlichung »ANIMAL« keine. Das Trio aus Turku destilliert die Essenz aus den bekannten Rock'n'Roll-Ingredenzien Blues und Schweiß und Wut heraus. In Songs wie »Down To Size« gibt es keinen Akkord zu viel. Das klingt so harsch wie das Knacken von trockenen Ästen. Und das Gesamtbild wirkt so reduziert wie eine von der Sonne ausgedörrten Steinwüste.

Aber diese Wüste lebt, und die Luft flirrt vor Intensität. Die Stimme von Sasu Mykkänen treibt mitleidlos voran. Mit höchster Disziplin. Mit höchster Leidenschaft. Ohne eitle Posen. Die mögen andere Bands nötig haben. Sweatmaster sind Puristen. Gottseidank gibt's die noch. (emv)

   

Tom Tom Bullet
(2005, Bad Afro AFROCD025)

Schneller, lustvoll dreckiger Rock'n'Roll heißt: alles in 30 Minuten und zwölf Songs sagen. Das Trio aus Turku kommt auf seinem Zweitling ohne Schnörkel sofort zur Sache. Sänger Sasu Mykkänen hat genau die soulige Rotzigkeit in der Stimme, um auf der Skala der Garagenrock-Credibility ziemlich weit vorne mitzumischen. Zum Atemholen ist keine Zeit. Die pure Energie des Trios treibt den Herzschlag in die Höhe.

Was nicht heißt, dass Sweatmaster den gleichen Song zwölf Mal spielen. Sie kokettieren bei »The Kid« mit Powerpop und auf »Kick This Town« mit Punk und leiden an zickig-attraktiven Kioskverkäuferinnen ebenso wie an trostlosen verregneten Kleinstädten. Die Blues Brothers und AC/DC schauen als Paten gnädig Richtung Turku: Sweatmaster machen Lust darauf, sich beim Abrocken völlig zu verausgaben und durchgeschwitzt nach Hause zu wanken. (emv)

   

Sharp Cut
(2002, Bad Afro/Indigo AFROCD016)

Der Musikmarkt glich 2002 einem gleichgeschalteten Modul. Alles wurde aus der Garage weggesignt, was eine Gitarre halten kann und schon mal was von den Stooges, Ramones oder Velvet Underground gehört hat. So wie die Sweatmaster. Dieser schnelle und schmerzlose Kaiserschnittrock ist dabei aber alles andere als blutleere Kopie.

Kratzbürstig gerollte »Rrrrs« moshen gegen erdig-trockene, vital groovende Rhythmen an. Die bluesgekleideten Gitarrenparts buchstabieren dabei gnadenlos »R-o-c-k-'n'-R-o-l-l« mit der Tattoonadel in den hyperaktiven Zeh. Noch eine Runde Boogie-Woogie und Headbanging, bevor man rückwärts über den Asphalt geschleift wird. Fast automatisch recken sich da die geballten Fäuste gegen die Decke, schmettern die Luftgitarren unkoordiniert Riffs an die Wand – und das beim Gasgeben auf der linken Spur. Wenn das Album also nach knapp 30 Minuten fast durch ist – haut einfach auf unnachgiebig auf »Repeat« und fahrt nochmal »ummen« Block. (maw)



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