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Leucocyte
(2008, ACT ACT 9018-2)
Was für ein Vermächtnis! Letzte Musik, die in die Leere führt und vom Sterben handelt. »Decade«: Verhallte Piano-Nachdenklichkeit. »Premonition / Earth«: Echos, Spiegelungen, Brüche – und Elektronik, die den Klavierklang mit weißem Staub überzieht. Rückkopplungen wie endlose Silberfäden im Hintergrund. Dicht. Drängend. Ekstatisch. Dann der Zusammenbruch, Loop-Leere, Elektronik-Nebel und ein aufbegehrendes Schlagzeug. »Premonition / Contorted«: tropfende Töne von seltener Klarheit, gestört und getragen von einer schlingernden Stimme. Tiefste Melancholie.
Jazz: Jazz. Der einzig echte hier, ein zerfressener Rest. Auch er versandet im Hall. Still: Dumpfes Kreiseln, ferne Walgesänge, missmutige Mystik. Schickt sich an, ein Hymnus zu werden, hinter dem es kreischt und schreit. Ajar: schmerzhaft schöne Tiefenschärfe. »Leucocyte / Ab Initio«: Verwirrte Radiostimmen, böse Schredder-Decken und -Wände. Grimm. Ein pathetischer Marsch ohne Ziel. Erstarrt und stirbt. »/ Ad interim«: Stille. Eine volle Minute lang. »/ Ad mortem«: Schreie. Zwischenräume. Nonsens. Gefolterte Technik. Fetzen von Schönem, die unendlich traurig machen. Klang, der unwiderruflich verwittert. »/ Ad infinitum«: Ein Loop und seine Echos, die sich sinnvoll zu ballen versuchen. Am Ende tanzt nur noch die Technik. Und die stirbt nie. (sep)
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