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Alle Rezensionen zu Eivřr Pálsdóttir
(Genre »Folk«, Land »Färöer«)

 

Eivřr Pálsdóttir
(2001, Tutl SHD 50)

Auf den Färöer Inseln ging noch einmal mehr die Sonne auf, als die damals gerade achtzehn-jährige Eivřr Pálsdóttir ihre ersten Songs einspielte. Gewiss hat man auf den Schafsinseln eine rege Rock-, Jazz- und natürlich Folkszene, aber eine herausragende Sängerin – die fehlte noch. Und nun ist sie da, singt, als würde sie das schon seit den Zeiten der Besiedlung machen und als sei der raue Charme der Inselwelt, wo es im Juni noch schneien kann, in ihre Stimme geflossen.

Begleitet wird sie auf ihrem Debüt von Mikael Blak (Bass), Bún E. Dam (Gitarre) und Brandur Jacobsen (Drums), die ihr allen Raum lassen, den sie braucht. Eivřr Pálsdóttir zeigt dabei gleichmäßig die zwei Seiten ihres Könnens und ihrer Heimat: den Folk und den Jazz, die sie nicht nebeneinander stellt, sondern untrennbar ineinander flicht. Kurzum: Hier ist ein ganz großes Talent unterwegs, das schon jetzt den Vergleich mit Kari Bremnes oder Marie Boine nicht scheuen braucht. (frk)



Siehe auch:
Yggdrasil
Eivřr Pálsdóttir & Danish Radio Big Band
Kari Bremnes
Mari Boine

Eivřr Pálsdóttir: Eivřr Pálsdóttir

   

Eivřr
(2004, 12 Tonar 12T010)

Für diese CD hat sich Eivřr Pálsdóttir den kanadischen Folkmusiker Bill Bourne als Produzent und Gitarrist geholt, gelegentlich singt er auch mit (»If I Needed You« von Townes Van Zandt erreicht im Duo gesungen fast dessen Tiefe), vor allem hat er kluge und behutsame Arrangements besorgt, die die selben Musiker aus Island wie schon auf »KRÁKAN« spielen.

Auf »EIVŘR« verbindet sie färöische, traditionell klingende Lieder, etwa das nur von einer Trommel begleitete »Trřllabundin« (dt.: »Verhext«), und englischsprachige Songs, die zwischen Folk und Country angesiedelt sind (herzallerliebst »Only A Friend Of Mine«) durch Songs in isländischer und schwedischer Sprache, die sich musikalisch zwischen diesen Polen befinden – ein feiner Trick, beim zweiten Hören wirkt das absolut stimmig. Natürlich besticht Eivřr Pálsdóttir wieder mit einer mal klaren, mal kehligen Stimme – diesen Sopran vergisst man nicht. (tjk)

   

Krákan
(2003, 12 Tonar 12T001)

»KRÁKAN« (dt.: die Krähe) ist die zweite Solo-CD von Eivřr Pálsdóttir, es ist kaum zu glauben, dass die Musikerin erst 20 Jahre alt war: der Ideenreichtum und die Tiefe ihrer Musik ist atemberaubend, ihre Stimme grandios. Nicht nur im Titelstück lässt sie sich und ihrer vorzüglichen Band (die Isländer Petur Gretarsson, Eđvarđ Tarusson, Bírgir Bragason) Zeit, Stimmungen, Grooves zu entwickeln und voranzutreiben.

Über hypnotische Basslinien erhebt sich ihre eindringliche Stimme, aus wenigen schwebenden Gitarrenklängen befreit sich ein krachendes Solo. Schamanisch anmutende Trommeln legen in anderen Songs die Basis, etwa in »Hjarta Mitt«, das sowohl auf Färöisch wie auf Isländisch vertreten ist. Irgendwo zwischen Jazz, Rock und Folklore hat Eivřr Pálsdóttir etwas ganz Eigenes kreiert. Aber sie erfindet sich ohnehin auf jeder CD neu, stilistische Grenzen sind ihr völlig fremd. (tjk)



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