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Alle Rezensionen zu Apocalyptica
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Worlds Collide
(2007, Gun/Sony BMG 886971573329)

Zwei Dinge haben Apocalyptica nun endlich geschafft: Erstens die seit Jahren ersehnte Zusammenarbeit mit Rammstein; Til Lindemann singt »Helden«, eine deutsche Coverversion von David Bowies »Heroes« – ein eher schwaches Lied, samt einer etwas unglücklichen Übersetzung. Zweitens, dank teils völlig verzerrter Celli den handzahm gewordenen Metallica-Jungs eine perfekte Steilvorlage zu liefern – zum längst fälligen »METALLICA PLAYS APOCALYPTICA BY FOUR E-GUITARS«-Album.

Mit dem Titeltrack geht »WORLDS COLLIDE« gleich in die Vollen; vom Schlagzeug angepeitscht jagen die Celli vorwärts. Im folgenden »Grace« mit dem japanischen Musiker/Komponisten Tomoyasu Hotei an der E-Gitarre kommt der Hörer dito nicht zur Ruhe. Etwas sanfter startet »I'm Not Jesus«, doch Corey Taylor steht nicht umsonst bei Stone Sour/Slipknot am Mikro, gleich prügeln die Finnen heftig auf Celli und Drumkit ein. Noch heftiger kann es nur Slayers Dave Lombardo, der traditionell ebenfalls ein Stück eindrischt. Schlag auf Schlag folgt Instrumental auf Gastsänger-Unterstütztes, auch von Cristina Scabbia (Lacuna Coil) oder Adam Gontier (Three Days Grace).

Fazit: Geschmackssache bleiben neben den Gästen die Effekte, sprich die (zu) verzerrten Celli und elektronischen Experimente. Dennoch liefert die Band eine knackige, kompakte Scheibe ab. Hey Metallica – worauf wartet ihr noch?! (nat)



Siehe auch:
Verschiedene: Hyvää Ja Kaunista – Radiomafia-live Vol. I
Stam1na
Erja Lyytinen


Zum Artikel über Apocalyptica


Zur Konzertkritik über Apocalyptica

 Apocalyptica: Worlds Collide

Offizielle Website

Offizielle Website      www.apocalyptica.com

   

Amplified – A Decade Of Reinventing The Cello
(2006, Universal 98565070)

Fernseh- oder Kinofilme, Videospiele, Werbespots – inzwischen tanzen Apocalyptica auf allen Hochzeiten. Das Doppelalbum feiert das zehnjährige Bestehen der Cello-Metaller. Mit 15 instrumentalen Delikatessen lockt der erste Teil: Die Finnen covern von »Enter Sandman« aus den »APOCALYPTICA PLAYS METALLICA«-Zeiten bis zum eigens für »AMPLIFIED …« aufgenommenen »Angel Of Death«, im Original von Slayer.

Auf dem Zweiten stehen Gastsänger wie Sandra Nasic, Linda Sundblad, Nina Hagen und Ville Valo samt Lauri Ylönen am Mikro. Der neuen Single »Repressed« geben der Brasilianer Max Cavalera (Ex-Sepultura, Soulfly) und Matt Tuck (Bullet For My Valentine) ihre Stimme. Alles sind unbestritten geniale Songs – nur reichen die zwei neuen als Kaufanreiz? (nat)

   

Apocalyptica
(2005, Vertigo/Universal 06024.9869831)

Seit 1996 hat die Band einen weiten Weg zurückgelegt, der sich vor allem durch die Hinwendung zu eigenen Songs auszeichnet. Das fünfte, schlicht und einfach »APOPCALYPTICA« benannte Album geriet zum Meilenstein, mit dem die Cellisten Eicca Toppinen, Paavo Lotjonen und Perttu Kivilaakso – inzwischen verstärkt um den Drummer Mikko Siren – den internationalen Jackpot knacken wollen.

Gassenheuler wie die Ohwurm-Ballade »Bittersweet« mit den beiden Gastsängern Ville Valo (HIM) und Lauri Ylönen (The Rasmus) dienen wohl vornehmlich dazu, die Kassen klingeln zu lassen; die Perlen findet man anderswo: Der mühelose Spagat zwischen Double-Bass-getriebenen Fuzz-Atacken und elegischen Streicherpassagen lässt die Teufelsgeiger mit einem Bein im klassischen Orchestergraben stehen und mit dem anderen im verschwitzten Metal-Moshpit. Und das verträgt sich gut: »APOCALYPTICA« schwelgt neblig düster und ohne falsches Pathos, rockt aber auch fast im selben Atemzug alles in Grund und Boden. (peb)



Siehe auch:
HIM
The Rasmus

   

Reflections
(2003, Mercury/Universal 00440.077015.2)

Weg vom Image der »seltsamsten Coverband der Welt«: Auf »REFLECTIONS« finden sich nur Eigenkompositionen von Eicca Toppinen sowie fünf von Band-Youngster Perttu Kivilaakso. Bei manchen Stücken schneidet der Bogen des Cellos direkt ins Herz – so etwa bei »Faraway«, welches ohne Lindas Gesang bedeutend mehr Emotionen weckt und Platz für eigene Interpretationen lässt.

Bei anderen Songs wie »No Education« oder »Somewhere Around Nothing« geht's dagegen mächtig zur Sache: Dank Schlagzeug-Tier Dave Lombardo reizen sie zum Extrem-Headbangen. In »Cohkka« dagegen wimmern die Celli wehmütig-grüblerisch – ein geniales Album. (nat)



Siehe auch:
Timo Rautiainen

   

Reflections – Revised
(2003, Mercury/Universal 986.579-4)

Ist den Jungs das Geld ausgegangen? Oder hoffen sie auf die kompromisslosen »Ich-muss-alles-besitzen«-Fans? Wer das »echte« Reflections-Album noch nicht hat, sollte sich gleich die Revised-Version zulegen. Wer das Album schon besitzt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er wirklich in fünf Lieder und ein paar Videoclips investieren will.

Drei der Videoclips (»Faraway« mit Lambretta-Sängerin Linda Sundblad, »Seemann«, »Somewhere Around Nothing«) dudelten nämlich schon die einschlägigen Musik-Sender hoch und runter. Und wer zur Hölle braucht Apocalyptica live bei »Rock am Ring« am helllichten (Mit)Tag? Das eigentliche »REFLECTIONS«-Album jedoch, das ist ein Meisterstück. (nat)



Siehe auch:
Lambretta
Linda Sundblad

   

Cult - Special Edition
(2 CDs, 2001, Universal 548 801-2)

Wer Apocalypticas »CULT«-Album noch nicht besitzt, sollte sich gleich die Spezialausgabe davon zulegen. In der Digipack-Variante aus dem Jahre 2001 liegt zusätzlich ein zweiter Silberling mit fünf weiteren Stücken: Zwei mit Verstärkung am Mikro »Path (Vol. 2)« mit Sandra Basic (Guano Apes) und »Hope (Vol.2)« mit Matthias Sayer (Farmerboys), plus drei Liveaufnahmen aus München: »Harmageddon«, »Nothing Else Matters« und »Inquisition Symphony«.

Die erste CD ist identisch mit dem regulären »CULT«-Album, beinhaltet sowohl von Klassik wie auch von Metal inspirierten Eigenkompositionen, teils mit Perkussion, sowie drei Coverversionen. Der absolute Höhepunkt des Doppelalbums: »Hall Of The Mountain King«, alias Edvard Griegs »I Dovregubbens Hall«. (nat)

   

Cult
(2000, Mercury/Universal 542984-2)

Heavy Metal auf gnadenlos verzerrten Celli. Apocalyptica schaffen dabei eine ganz eigene Rock-Ästhetik mit Riff-artig gekratzten Brachial-Akkorden einerseits und orchestralen Klassik-Melodien andererseits: »Wir lieben es, unsere Instrumente zu misshandeln«, verrät Paavo Lötjönen.

Neben eigenen Songs fahren Apocalyptica – dafür sind sie schließlich berühmt-berüchtigt – abermals Coverversionen auf: Sie fertigen Griegs »In der Halle des Bergkönigs« mit Kreisch-Attacken im Geschwindigkeitsrausch ab oder huldigen mit dem Metallica-Song »Fight Fire With Fire« ihren Metal-Vorbildern. Doch die Finnen können auch anders: Beim puristischen, in einer Kirche aufgenommenen »Coma« könnte man sie fast für ein seriöses Streicher-Ensemble halten. Aber eben nur fast ... (peb)

   

Inquisition Symphony
(1998, Polygram/Universal 314558300-2)

»Dieses Album enthält exzessiven Krach und euphorische Melodien, kreiert durch nur vier Celli«, so die Band im Booklet. Dem ist (fast) nichts hinzuzufügen. Der Zweitling offenbart neben Coversongs von Sepultura, Slayer, Pantera, Faith No More – und natürlich Metallica – drei erste Eigenkompositionen Eiccas.

Diese Stücke müssen sich beileibe nicht verstecken; vor allem »Toreador« strotzt vor Selbstbewusstsein und steht weder dem Titeltrack, noch dem fantastisch interpretierten »Refuse/Resist« in nichts nach. Musik für Oma, Enkelkind, Krawattenträger, Punk, Metalhead und Klassikfreund. (nat)

   

Plays Metallica By Four Cellos
(1996, Mercury/Universal 532.707-2)

Frisch, fröhlich, frech fiedeln die Finnen drauflos, härter und rücksichtsloser als Metallica zu dieser Zeit selbst – vor allem live. Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen, Max Lilja und Antero Manninen verknüpfen private Musikvorlieben mit ihrem Cello-Schülerdasein, an der bekannten Sibelius Akademie in Helsinki, zu einem unglaublichen Ganzen: »Heavy Klassik«. Das entzückt Headbanger und schockiert Klassik-Freunde.

Das Debüt der jungen Wilden schlägt ein wie eine Bombe, zunächst in der lokalen Musikszene, dann im Ausland. Sänger überflüssig. Vier Celli spielen Metallica – verdammt laut versteht sich. »Exit Light, Enter Night«! (nat)



Siehe auch:
Hector
Eilera



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