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Alle Rezensionen zu Trygve Seim
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Different Rivers
(2000, ECM/Universal 159.521-2)

Das wichtigste zuerst: Diese Musik hat Luft, sie atmet hörbar. Mit gerade mal 30 Jahren veröffentlicht Trygve Seim ein Album, das sich viele Musiker in reiferem Alter nicht getraut hätten. Große Besetzung ohne Bass und Piano, ohne atemberaubende (sic!) Soli und schmetternde Bläsersätze, ohne jegliches Getöse. Man merkt Trygve Seim (ts, ss) an, dass er sowohl bei Jon Balke wie Edward Vesala gereift ist.

Eine selten gehörte kontemplative Ruhe entströmt dieser CD. Seim schreibt ebenso kluge wie herzergeifende Melodien, setzt diese geschickt und auch schräg für Trompete, French Horn, Posaune, Tuba, verschiedene Klarinetten und Saxophone. Die wenigen Improvisationen fügen sich organisch in den Gesamtklang mit ein wenig Akkordeon und Cello und Schlagwerk. Zwischen Jazz und zeitgenössischer Komposition steht »DIFFERENT RIVERS«, und natürlich haben ihm dabei ein paar der üblichen Verdächtigen geholfen: Arve Henriksen, Per Oddvar Johansen, Håvard Lund, Nils Jansen, Stian Carstensen, Paal Nilssen-Love, auch Sidsel Endresen rezitiert ein Poem mit dem treffenden Titel »Breathe! You are alive.« (tjk)



Siehe auch:
Jon Balke
Edvard Vesala
Paal Nilssen-Love
Trygve Seim & Andreas Utnem

Trygve Seim: Different Rivers

   

Sangam
(2004, ECM/Universal 038.122-2)

Auf Tryge Seim ist Verlass. Diesmal ist er vom Grundton her noch ruhiger, noch meditativer angelegt; die zuweilen kurzen polyphonen Ausbrüche sorgen für erhellenden Kontrast. Spannend etwa das Stück »Dansante«, das sorgsam mit Elementen des Marsches arbeitet und über dessen rhythmische Grundstruktur freie Blas-Improvisationen legt.

Fast schon religiös einnehmend wirkt das Stück »Beginning An Endig«, das sich auf der Stelle zu bewegen scheint, dann aber fast unbemerkt orchestral äffnet, während »Trio« asiatische Flötenweisen zitiert, doch dabei untergründig nordisch grollt. Unterstützt wird der Meister in seinem Wirken auch diesmal von so ebenbürtigen Musikern wie Arve Henriksen, Frode Haltli oder Per Oddar Johansen, die mit ihm seinen eigenen Kosmos jenseits popsingulärer Welten weiter ausbauen. (frk)



Siehe auch:
Arve Henriksen



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