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Antologie
(2011, Emarcy/Universal 60512800927)
Einst begann man die popmusikalische Laufbahn mit Coverversionen anderer, heute wiederum gehört es offenbar zum guten Ton, als etablierte/r Musiker/in seinen Vorbildern in Form eines Albums Tribut zu zollen. Patti Smith, Rod Stewart, Tori Amos, Caroline Henderson, The Beautiful South... alle tun es. Solveig Stellahjell nennt es »nach Hause kommen«, und singt im stillen Duo mit Morten Qvenild am Piano ihre Lieblingslieder des Pop.
Eine teils extravagante Auswahl – Annie Lennox steht neben einem relativ übersehenen späten Juwel von Paul McCartney, dazu Nick Drake, Endresen/Wesseltoft... und: »The Winner takes in all« von ABBA! Durchweg gut und mit bedachter Emotion gesungen; und natürlich dürfen auch die üblichen Verdächtigen wie Radiohead und Tom Waits nicht fehlen. »Famous Blue Raincoat« von Leonard Cohen bleibt leider eine fast identische Kopie der meisterlichen Coverversion, die Tori Amos vor 15 Jahren bereits eingespielt hat - und daher letztlich vernachlässigbar. »Wild Horses« (Rolling Stones) ist ebenso okay und vorhersehbar wie »True Colours« (Cindy Lauper), welches sich fast zeitgleich – zumal weit zwingender interpretiert – schon auf dem letzten Album von Poing und Maja Ratkje einfindet. Die zwei klaren Höhepunkte (emotional wie musikalisch) sind Radioheads »There There« und Gnarls Barkleys »Crazy«, weil hier mal nicht auf die schnell gleichförmig daherkommende Standard-Spätnachtmelancholie gesetzt, sondern ein wirklich eigener, persönlicher Zugang ausgearbeitet wurde. (ijb)
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