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Talk to You
(EP, 2011, Rump Recordings RUMPEP004)
Jens Christiansen hat sein Projekt Rumpistol nach drei Alben weiter verfeinert und zeigt auf dieser knapp halbstündigen EP, vor allem in ihrer ersten Hälfte, eindrucksvoll, wie er aus der Einfachheit weniger Elemente eine wunderbare Eleganz und emotional komplexe Elektronica-Soul-Variante zaubert. Während die ersten beiden Stücke »Talk To You« und »Don’t Go« zarte Minimal-Popsongs mit düsterer Färbung sind, die sowohl im Rhythmus als auch im Klangbild immer wieder mit stilvollen Brüchen arbeiten, ist »We’re not gonna make it« eine schön feingliedrige Drum&Bass-Variation mit Soul-Einschlag. Christiansen hat für seine Musik den Begriff »Broken Soul« ins Spiel gebracht, und man darf sehr gespannt sein, was er aus dieser ebenso passenden wie aufgrund der Komplexität doch auch beschränkenden Genrezuordnung mit kommenden Veröffentlichungen noch herausholen wird.
Trotz der durchweg synthetischen Klänge und der auf knappe Phrasen reduzierten Gesangsbausteine, die Rumpistol als Cut-Up-Fragmente einsetzt und auch klanglich digital stark bearbeitet, strahlt die »Talk To You EP« eine Wärme aus, die man sich gerne ins Wohnzimmer holt. Denn als Clubmusik wäre diese feine Scheibe eher fehl am Platz, vom abschließenden, ebenfalls sehr gelungenen, rhythmuslastigen System-Remix des Titelsongs abgesehen. Vielmehr erinnert sie an Interpreten und aktuelle Tendenzen der internationalen Dubstep-meets-Songwriting-Ecke, ohne dass hier durch ausgesprochene Vergleiche mit bekannteren Namen falsche (und wenig förderliche) Erwartungshaltungen geweckt werden sollen. Anzumerken ist vielleicht noch, dass »Rum« das dänische Wort für Raum ist und hier nicht mit Alkohol in Verbindung gebracht werden sollte. (ijb)
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