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Alle Rezensionen zu Eivind Aarset
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Électronique Noire
(2001, Jazzland/Universal 558.128.2)

Man käme nicht auf die Idee, dass hier ein Gitarrist am Werk ist. Aarset jagt seine Gitarrensignale durch Preamps, Midicontroller, Wah und Marshall-Amps. Dann zeichnet er das Ganze auf Computer-Festplatte auf, um es weiter durch den digitalen Fleischwolf zu drehen. Mit Hilfe weiterer Jazz-Freigeister wie Nils Petter Molvær und Bugge Wesseltoft kam ein winterdüsteres Triphop/Noise/Ambient-Monument heraus, irgendwo zwischen Miles Davis, Bill Laswell, David Torn und Metallica.

Aarset, der bisher vorwiegend Studio-Jobs für A-Ha-Fontmann Morten Harket, Dee Dee Bridgewater, Ray Charles, Cher (!) oder eben Molvær absolvierte, verwöhnt auf seinem Solo-Debüt mit Drum'n'Bass-infizierter Montagekunst und packenden, nordisch klaren Soundscapes. Wenn er dabei gelegentlich an David Torn oder Steve Tibbetts erinnert, so tut er das mit Respekt vor den Vorbildern und völlig eigener Handschrift. (peb)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær
Bugge Wesseltoft
Morten Harket
Ketil Bjørnstad


Zum Artikel über Eivind Aarset

Eivind Aarset: Électronique Noire

Offizielle Website

Offizielle Website      eivindaarset.com

   

Sonic Codex
(2007, Jazzland/Universal 0602517412453)

Er hat die Melodie und den Song entdeckt. Nun, vielleicht nicht ganz, aber es fällt auf, dass die vierte CD des norwegischen Gitarrenmagiers weniger nach Improvisation und mehr nach komponierter Struktur klingt. Auch seine Gitarre klingt gezähmt; die verzerrrten »Wutausbrüche« sind seltener geworden zugunsten klarer Melodiebögen im sustainreichen Twang-Sound. »Dröbek Saray« klingt gar wie David Gilmours Saiten-Singsang in »Shine On You Crazy Diamond«.

Doch mit der gesetzteren, zurück genommenen Spielweise geht auch eine gewisse Trägheit einher – so, als ob die ehemals hell lodernde Glut nur noch gemütlich glimmt. Mit bewährter Mannschaft – abermals Wetle Holte an den Drums sowie Audun Erlien und Beady Belles Marius Reksjø am Bass sowie einem Hans Ulrik an der Bass-Klarinette – gelingt Aarset ein zwar vielfarbiges, aber nicht mehr so leidenschaftliches Elektrojazz-Fusion-Album. (peb)



Siehe auch:
Hans Ulrik
Eivind Aarset & The Sonic Codex Orchestra

   

Connected
(2004, Jazzland/Universal 06024.9866378)

... und er geht weiter kompromisslos seinen Weg. Eivind Aarset perfektioniert mit seiner »Kerntruppe«, dem Wibutee-Schlagzeuger Wetle Holte und dem Beady Belle-Bassisten Marius Reksjø, seine Fusion-Spielart zwischen David Torn und Jon Hassell, zwischen Brian Eno und Bill Laswell.

Mit im Team sind jedoch zusätzliche Freigeister wie der dänische Bläser Hans Ulrik, der Tunesier Dhafer Youssef und die Soundgimmick-Lieferanten Jan Bang, Raymond C. Pellicer sowie Pål »Strangefruit« Nyhus. Zusammen gestalten sie Aarsets elektronische Transformationen zwischen Jazz, Rock und Beats deutlich ruhiger und relaxter als auf den beiden Vorgänger-Alben – aber auch etwas weniger packend. (peb)



Siehe auch:
Beady Belle
Jan Bang
Ab und Zu

   

Light Extracts
(2002, Jazzland/Universal 014.741-2)

Die angelsächsischen Medien feierten Aarsets Debüt als eines »der besten elektronischen Jazzalben der Post-Miles-Davis-Ära«, was zwar die Entdeckerfreude des Norwegers treffend charakterisiert, kaum jedoch die musikalische Ausrichtung (und Wertung).

Eivind Aarset vertönt mit Tracks wie »Between Signal & Noise« oder »Ffwd / Slow Motion« im Prinzip unser technoides Leben – mit elektronischen Soundscapes, haspeligen Schlagzeug-Attacken und Kontrabass-Ostinati. Darüber schwingt sich seine midi-gesteuerte Gitarre, die kaum jemals wie eine Gitarre klingt, sondern: nervös, romantisch, pulsierend, mollig, wabernd, bedrohlich. Musik als urbaner Soundtrack. (peb)



Siehe auch:
Marilyn Mazur's Future Song
Gaia



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