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Alle Rezensionen zu Emiliana Torrini
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Fisherman's Woman
(2005, Sanctuary/Rough Trade RTRADCD185)

Wer hätte gedacht, dass man von der Italo-Isländerin noch einmal hören würde? Sicher – auch nach ihrem Debüt 1999 schrieb Emiliana Torrini an Kylie Minogues Hit »Slow« mit oder sang für den »Herr der Ringe-Film« den »Gollum Song«. Und doch war sie weitgehend abgetaucht, bis plötzlich sechs Jahre später ein neues, rein akustisches (!) Album auf dem Rezensententisch landet. Und an den Gedanken muss man sich erstmal gewöhnen.

Der »Björk-ige« Trip-Pop vergangener Tage ist einer Vision von sprödem Feenfolk gewichen, der nun eher an die lichtscheue Stina Nordenstam oder an verstaubte Leonard Cohen-Songs erinnert als an lebenslustigen Elektro-Pop. »Bei den Aufnahmen zu diesem Album brannten Kerzen, es gab Lachanfälle, und ich hatte meine Bettdecke dabei«, erzählt Emiliana. Zart hingetupfte Lieder, im Wasser glucksende Boote, Texte über Osteuropa, die Appalachen und mondbeschienene Träume – die Sängerin hat es geschafft, sich glaubwürdig neu zu erfinden. (peb)



Siehe auch:
Stina Nordenstam

Emiliana Torrini: Fisherman

Offizielle Website

Offizielle Website      www.emilianatorrini.com

   

Me And Armini
(2008, Rough Trade 883870028523)

Die leichten Offbeats, die verspielten Effekte, die lebensbejahenden Gitarren – es tut sich etwas im Torrini-Klangkosmos. So fröhliche Übermüter wie »Jungle Drum« sind im Grundton zuversichtlich und erwartungsfroh, weniger verzweifelt-betrübt. Das mag überraschen und den ein oder anderen betrüblich stimmen, da die Hinwendung zur Popmusik sicherlich Tiefenräume zuschichtet. Intime akustische Begegnungen, die noch der Vorgänger ermöglichte, sind etwas ins Hintertreffen geraten – auch wenn der Opener das Gegenteil suggeriert.

Aber auch die weniger sparsamen Songs offenbaren ihren Sinn für die Stimmigkeit der Kompositionen, auch wenn schnell aus raumgreifender Harmonie betäubende Langeweile werden kann. Der Niedlichkeitsfaktor ihrer Stimme rettet das Album zwar auf Tracks wie »Big Jumps«, aber eben nicht über die komplette Distanz. (maw)

   

Love In The Time Of Science
(1999, One Little Indian/EMI 848352-2)

Gerade 22 Jahre war Emiliana Torrini, die Tochter eines Italieners und einer Isländerin, als sie sich vom Tears for Fears-Sänger Roland Orzabal eine mächtige Produktion auf den hübschen Leib schneidern ließ. Mit klarer, manchmal spröder und dann wieder kraftvoller Stimme erinnert sie an Björk ebenso wie an Heather Nova: Die Italo-Isländerin serviert uns zärtlichen bis snobistischen Melancholie-Pop von höher Güte, mit teils sinfonischen Strukturen und ehrlichen Texten.

Ihre eigene Handschrift bleibt stets präsent, obwohl sich Torrini den ehemaligen Sugarcubes-Drummer Sigtryggur Baldursson ins Boot holte, der nicht nur an der Schießbude, sondern auch als Komponist einen essenziellen Beitrag zu diesem Album leistete. Eine musikalische »Lasershow«, mit klaren Konturen, stilistisch variierend und überraschend farbenfroh. (rab)



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