|
Passage
(2010, Jazzland/Universal 273 042-8)
Es ist gar nicht so einfach, alles so klingen zu lassen, als sei es ganz einfach. Das Kunststück gelingt der Sängerin Torun Eriksen, ihrer Band und den Gastmusikern aber ganz vortrefflich. So vortrefflich sogar, dass die Musik nach dem Einlegen der CD in den Player ganz automatisch und bescheiden in den Hintergrund tritt und sich an die Konturen des Wohnzimmers anpasst. Irgendwann ist sie zu Ende, man denkt »Huch« und fängt noch mal von vorn an, mit dem Vorsatz, diesmal besser zuzuhören.
Was sich durchaus lohnt, trotz des hohen Schmeichelfaktors der neun Tracks. Denn die Songs sind allesamt sauber komponiert, mit viel Liebe (und Ohr!) fürs Detail im Studio zusammengeschraubt und perfekt abgemischt. Torun Eriksens Stimme darf mal kellerjazzig knarzen, dann wieder ganz elfisch über zarten Instrumentalwiesen herumschweben. Sie hat einer dieser glasklaren, aber doch erstaunlich tiefgründigen Stimmen, die norwegische Sängerinnen anscheinend serienmäßig in die Wiege gelegt bekommen. Und deshalb klingen die Songs, textlich kleine, ebenso detailverliebte Szenen und Studien, obwohl auf englisch gesungen, doch ganz eindeutig nach norwegischem Jazz. Die harmlose Variante ... (sep)
|