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Alle Rezensionen zu Torun Eriksen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Passage
(2010, Jazzland/Universal 273 042-8)

Es ist gar nicht so einfach, alles so klingen zu lassen, als sei es ganz einfach. Das Kunststück gelingt der Sängerin Torun Eriksen, ihrer Band und den Gastmusikern aber ganz vortrefflich. So vortrefflich sogar, dass die Musik nach dem Einlegen der CD in den Player ganz automatisch und bescheiden in den Hintergrund tritt und sich an die Konturen des Wohnzimmers anpasst. Irgendwann ist sie zu Ende, man denkt »Huch« und fängt noch mal von vorn an, mit dem Vorsatz, diesmal besser zuzuhören.

Was sich durchaus lohnt, trotz des hohen Schmeichelfaktors der neun Tracks. Denn die Songs sind allesamt sauber komponiert, mit viel Liebe (und Ohr!) fürs Detail im Studio zusammengeschraubt und perfekt abgemischt. Torun Eriksens Stimme darf mal kellerjazzig knarzen, dann wieder ganz elfisch über zarten Instrumentalwiesen herumschweben. Sie hat einer dieser glasklaren, aber doch erstaunlich tiefgründigen Stimmen, die norwegische Sängerinnen anscheinend serienmäßig in die Wiege gelegt bekommen. Und deshalb klingen die Songs, textlich kleine, ebenso detailverliebte Szenen und Studien, obwohl auf englisch gesungen, doch ganz eindeutig nach norwegischem Jazz. Die harmlose Variante ... (sep)



Siehe auch:
Bugge Wesseltoft
Silje Nergaard
Rebekka Bakken
Ensemble Du Verre

Torun Eriksen: Passage

   

Prayers & Observations
(2006, Jazzland/Universal 06024 987 626-9)

Gewiss singt die Norwegerin sauber und mit einem fetten Schlag Soul-Sahne obenauf; gewiss erledigt ihre laid-back spielende und zu Gunsten der Stimme sehr reduziert begleitende Band einen beeindruckenden Job. Gewiss sind die Lieder pointierter und vielseitiger als noch auf dem Debüt »GLITTERCARD«.

Und doch fehlt Torun Eriksens Gesang noch immer das Feuer und vor allem ein eigener Ausdruck. Wie gut das alles mit einer wahrhaft markanten Stimme klingen könnte, merkt man zum Beispiel beim »Song Of Sadness« – einem Duett mit Paal Flaata (ehemals Midnight Choir) zu Ehren des durch den Tsunami umgekommenen Saxofonisten Sigurd Køhn: Flaata lässt seine Partnerin ziemlich alt aussehen. (peb)



Siehe auch:
Paal Flaata
Lester

   

Glittercard
(2004, Jazzland/Universal 981087-9)

Bugge Wesseltoft preist die junge Norwegerin als »eines der größten Gesangstalente, die er in den letzten Jahren in Norwegen« gehört habe. Das will was heißen. Wesseltoft produzierte denn auch gleich Torun Eriksens Debüt, verkniff sich jedoch das Keyboardspiel zugunsten ein wenig Percussion. Die Zutaten sind wie erwartet: schläfrig federnder Funk, ein wenig unterkühlter Soul – was man früher Acid Jazz nannte – und vor allem zart-seidiges Jazz-Flair.

Die Begleiter halten sich fast schon zu sehr zurück, was dem Gesang nahezu alleinige Verantwortung auferlegt. Und da zeigt sich, dass die Fußstapfen für Torun Eriksens »schwarze« Stimme einfach noch zu groß sind. Das Potenzial ihrer ungleich reiferen Labelkolleginnen Silje Nergaard und Rebekka Bakken ist vorhanden, doch die Mittzwanzigerin braucht vermutlich einfach noch etwas Zeit. (peb)



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