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Alle Rezensionen zu Satyricon
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

The Age Of Nero
(2 CDs, 2008, Roadrunner BAM-RR78935)

Fortsetzung folgt… und zwar die von »NOW, DIABOLICAL«. Simpel, spartanisch, nachdrücklich hämmern die Norweger in typischer Satyricon-Manier acht Songs auf ihre siebte Studioscheibe. Trotz des gedrosselten Tempos ist »THE AGE OF NERO« ein echtes Stück Schwarzmetall. Es bietet zwar keine Überraschungen oder Hitanwärter, hält aber durchweg sein gutes Niveau: vom Opener »Commando« über das Blastbeats feuernde »Die By My Hand« bis zum hypnotischen »My Skin Is Cold«. Endlich faucht Satyr wieder auf Norwegisch ins Mikro, nämlich den unheilvollen Ausklang »Den Siste«.

...und dennoch sehnt sich die Rezensentin nach einem Album vom Kaliber eines »SHADOWTHRONEs«. Kleiner Trost: In der limitierten Ausgabe legen die Nordmänner zum 43-Minüter noch einen Silberling obendrauf. Nebst verschiedenen Varianten von Stücken des Hauptalbums sowie der EP »MY SKIN IS COLD« (erschienen im Juni 2008) hört ihr hier Livemitschnitte, wie den des Kulthits »Mother North«. (nat)

 Satyricon: The Age Of Nero

Offizielle Website

Offizielle Website      www.satyricon.no

   

Now Diabolical
(2006, Roadrunner RR 8062-2)

Der eröffnende, sofort so verdammt nach Satyricon klingende Titelsong geht schon ordentlich ins Ohr, doch dann – was für ein Killertrack! »K.I.N.G.« könnte ich in Endlosschleife hören. Fettester Groove, böser Gesang, ein Text der sich für immer in die Ohren frisst in pechschwarzer Atmosphäre. Alle neun Songs bleiben im Midtempobereich, mit hypnotisierenden Riffs (wie in »Delirium« oder »That Darkness Shall Be Eternal«), vielen Rhythmus- aber nur wenigen Geschwindikgeitswechseln, Ausnahmen wie in »The Rite Of Our Cross« bestätigen die Regel.

Satyricon brauchen kein Make-Up, genauso wenig wie ihre Musik schmückendes Beiwerk. Das Ergebnis spricht für sich: Das Duo Satyr / Frost hat mit minimalsten, reduziertesten Mitteln ein authentischeres und vor allem druckvolleres Werk geschaffen, als es eine siebenköpfige Kapelle samt Orchester könnte. Reduced To The Max – diese Black Metal-Scheibe ist bedrohliche Energie pur! (nat)

   

Volcano
(2002, Virgin/EMI 724354.2846.2)

Gewaltig bricht der Vulkan aus, zäh fließt alles vernichtende Lava aus den Boxen, lässt den Hörer schließlich unter einer pechschwarz(metallisch)en Masse erstarren. Die Norweger haben mit »VOLCANO« einen neuen Klassiker geschaffen, der trotz experimenteller Anteile immer noch 100 Prozent Satyricon ist:

Da ist zum einen das unverkennbare Frost-ige, hier leicht scheppernde Drumming, Satyrs genialer, fieser Gesang, der typische Satyricon-Groove und zum anderen die gastierende Anja Garbarek (Tochter Jan Garbareks) am Mikro oder schräge Elektrospielereien die an alte Schwarzweiß-(Horror)-Filme erinnern. Fazit: Kraftvoll produzierter Kult-Midtempobrecher der Black Metal-Institution Satyricon.

PS: »VOLCANO« wurde mit dem »Osloprisen« sowie dem »Spellemannsprisen« ausgezeichnet. (nat)



Siehe auch:
Anja Garbarek
Jan Garbarek

   

Rebel Extravaganza
(1999, Nuclear Blast NB418-2)

Satyricons »REBEL EXTRAVAGANZA« ist alles andere als leicht zugänglich: Weder klassisch schwarzmetallisch, will heißen puristisch in räudigem Klanggewand, noch mit einschmeichelnden Melodien oder gar Keyboardschwaden garniert. Satyr und Frost überraschen mit unerwarteten Breaks oder Tempowechseln, die immer wieder den satten Black'n'Roll-Groove unterbrechen; der »experimentelle« Anteil beschränkt sich auf die in »Havoc Vulture« geschmuggelte Hammond-Orgel.

Das Duo hat hier sieben sperrige, aber wunderbar misanthropisch-finstere Songs zwischen dumpf schleppend und Highspeed geschaffen, sowie drei kurze, instrumentale Zwischenspiele. Satyr zeigt sich meist von seiner bösesten Seite, während Frost sein ganzes Können unter Beweis stellen darf, vor allem im finalen Zehnminüter »The Scorn Torrent«. (nat)

   

Megiddo
(EP, 1997, Moonfog FOG 014)

Satyricon experimental: Die »MEGIDDO«-EP startet mit dem Industrial/Gothic-Remix von »The Dawn Of A New Age«, im Original auf »NEMESIS DIVINA« (1996). Äh, nun ja. Es zischt, es knarzt, komische Technosamples treffen ein Konservenbüchsen-Schlagzeug, ein letztes Zischen. Dann zart gezupfte Gitarren, Satyrs beginnt zu sprechen, wieder Synthiesounds. Es klart kurz auf – zum Wolkenbruch: Piep, zisch, schepper. Die ganze Chose versinkt im lärmenden Chaos, da rettet auch das angenehme Ende nicht mehr viel.

Dagegen ist das Studiostück »Night Of Divine Power« ein wahrer Ohrenschmaus. Black Metal at its best. Beginnt mit einem Schrei, hat geniale, schnelle Gitarren, harmonische Keyboards, einen gespenstischen Mittelpart und endet mit einem anklagenden Keyboard. Die Liveaufnahme von »Forhekset« (ebenfalls von »NEMESIS DIVINA«) kennzeichnet ein dermaßen besch…eidener Sound – Marke »Keyboard Kills The Singer« – dass vom Lied kaum was zu hören ist. Wenigstens kommt das abschließende Motörhead-Cover »Orgasmatron« wirklich cool rüber. Gleichwohl, muss man diese EP nicht besitzen. (nat)

   

Nemesis Divina
(1996, Moonfog FOG 012)

»This Is Armaggedon!« brüllt Satyr – und startet mit »The Dawn Of A New Age« voll durch. Trotzdem ist »NEMESIS DIVINA« nicht so überzeugend und spannungsreich wie das Vorgängeralbum. Mit »Mother North« ist den Nordmännern jedoch ein Geniestreich geglückt – es ist die Black Metal Hymne schlechthin: Melodisch und aggressiv, zurückhaltend und monumental.

Der Rest knüppelt sich so dahin ... ob da der Besetzungswechsel Anteil hat? Nocturno Culto von Darkthrone aka Kveldulv ist der neue Mann an der Gitarre – und Frontmann Satyr bedient den Bass an Samoth' statt. (nat)



Siehe auch:
Darkthrone

   

The Forest Is My Throne / Enslaved: Yggdrasil
(1996, Moonfog FOG 009)

Die enorme Nachfrage (»Irgendwas musste früher oder später mit unseren alten Songs gemacht werden«) führte zu diesem Split-Album mit Enslaved, das alle Originalaufnahmen vom Demo »THE FOREST IS MY THRONE« enthält. Der Bonustrack »The Night Of The Triumphator« – eine Mischung aus Frauengestöhne, Geknüppel und Gegrunze – wurde aufgenommen, um den alten Bands »Tribut zu zollen, die dazu beitrugen, den Black Metal zu begründen«. Aha. Minuspunkte für Satyricon.

Enslaved, aka Daimonion, Earl Grutle und Trym, aus der norwegischen Weltstadt Haugesund, bezeichnen ihr Yggdrasil-Demo von 1992 als »Meilenstein der gewalttätigen Kindheit des norwegischen Extrem Metal«. Und so klingt es auch – bis auf das rein Instrumentale »Allfqôr Oôinn«. Pluspunkte für Enslaved. (nat)

   

The Shadowthrone
(1994, Moonfog FOG 003)

Den »Schattenthron« haben Satyr, Samoth und Frost mit ihrem zweiten Album wahrhaftig erklommen: Geprägt durch Satyrs Vorliebe fürs Mittelalter, norwegische Texte (gesungen und gesprochen), sowie chorale Elemente (»Vikingland«), klingen die Stücke wie aus einer anderen Zeit – »I En Svart Kiste«, mit seinem sphärischen Synthesizer-Sound sogar wie aus einer anderen Welt.

Dass harte Töne und sanfte Akustik-Gitarren-Klänge wunderbar harmonieren, beweisen die Norweger mit »The King Of The Shadowthrone«. Satyrs Tip: »Correct Listening At Maximum Volume!« (nat)

   

Dark Medieval Times
(1993, Moonfog FOG 001)

Die »Dunklen mittelalterlichen Zeiten« sind »Musik für die echte Wikinger Norwegens« – und der offizielle Erstling der norwegischen Black Metaler. Komplett eingespielt vom »Duo« Frost (aka Kjetil Haraldstad) und Satyr (aka Sigurd Wongraven), wobei sich Frost aufs Schlagzeug beschränkte und Mastermind Satyr den kompletten Rest übernahm: (akustische) Gitarre, Bass und Gesang.

Nicht ganz ausgereift, aber zuweilen bewegende, mittelalterlich angehauchte Klänge wie in »Walk The Path Of Sorrow«, oder Vertonung der »großartigen norwegischen Landschaft« wie in »Min Hyllest Til Vinterland« – zeitlos schön. (nat)



Siehe auch:
Susperia



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