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White-Out Conditions
(1987, Crammed Discs CRAM 057 CD)
»Whiteout« ist nicht nur der Zustand in den nordischen Bergen, wenn Schnee undWolken zu einer einzigen weißen Masse verschmelzen, sondern auch Tipp-Ex, ein Korrekturmittel. Bel Canto scheint mit dieser Platte auch etwas korrigieren zu wollen – den glamourösen, bunten Zustand des 80er-Pop nämlich. So düster, klanglich spröde und melancholisch die Tracks sind: Sie bieten, von heute aus gesehen, einen wunderbaren Trip in die Schattenseiten des grellen Jahrzehnts. Ein bisschen nach Mobys spacigen Ausflügen klingt zum Beispiel »Capio« voller verhallter Orgeln. Immer wieder dringt eine verschrobene, stark stilisierte Ethnizität in die Songs ein, in den Synthies von »Kloeberdanz«, in die künstlichen Ritual-Tempel-Trommeln von »Baltic Ice-Breaker« zum Text »Winter, the season of death«.
So ein bisschen Dark Wave ist das schon, aber ebenso viel Jean-Michel Jarre. Anneli Drekkers Akzent bringt ein bisschen Witz in die Melancholie; ihre kalte, fast gleichgültige Stimme jedoch trägt die dunkle Symphonik bestens, wunderschön etwa im Titeltrack »White-out Condition«. Ein stochernder und pochender Drum-Computer mit diesem ganz speziellen, direkten und doch wattigen Sound der 80er beschließt das unfröhliche Album – und doch: Wenn ich mir eine Platte dieses seltsamen Jahrzehnts in den Schrank stelle, dann wohl diese. (sep)
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