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Röd
(2009, RCA/Sony 88697607472)
Widerstrebende Bewunderung. Kent klingen auf »RÖD« so perfekt am Reißbrett mit dem Ziel »kommerzieller Erfolg!« durchgeplant, dass es einem vor so viel Berechnung eigentlich grausen müsste. Dumm nur: Da die Musiker zwischendurch zu Hochform auflaufen, kann man sich nicht leichten Herzens von ihnen abwenden. Es ist vertrackt! Denn obwohl das ehrliche Indiepopherz hier nie so richtig heiß pocht, verbeugt es sich doch vor der Hybris von Kent. Die wagen die große Geste!
Die Schweden spielen stadiontauglichen, selbstverliebten, überlebensgroßen Synthiepop. Großes Manko: Geringes Innovationspotenzial. Stagnation auf hohem Niveau. Gleichwohl grummelnde Anerkennung. Kent, die schwedischen Dorian Grays, kriegen uns doch immer wieder zu fassen. Kapitulation, also, trotz mancher innerer Widerstände. Wegen unwiderstehlich sehnsüchtiger Songs wie »Hjärta« etwa, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, tagelang. Kent bleiben popmusikalisch aber an der Stelle stecken, wo Hänsel und Gretel noch suchend durch den Wald irren, bevor die böse Hexe kommt. Dann erst wird es aber erst richtig spannend. (emv)
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