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Sex Drugs Anarchy
(2008, Wild Kingdom/Rough Trade 5553555000520)
So wie Bullet Hard'n'Heavy wiederbeleben, tun dies Gemini Five mit dem 80erGlamrock. Anders ausgedrückt: Bullet verhalten sich zu AC/DC wie Gemini Five zu Mötley Crüe. Das Schwedenquartett mit den betont lässigen Pseudonymen Tin Star (Gesang/Gitarre), Dee Dee (Gitarre), Hot Rod (Bass) und Slim Pete (Schlagzeug) springt ebenfalls auf den Zug, welchen bereits ihre Landsmännern Hardcore Superstar, Crashdiet oder die finnischen Privat Line besetzen. Songs wie »Lay Your Money Down« oder »Here's Looking At You Kid« klingen stark nach Mötley Crüe, letzterer phasenweise gar nach Private Lines »Cheerleaders And Dopedealers«.
Titel, Texte und Frisuren bedienen die gleichen Klischees, wie es ähnlich gelagerte Original-Combos bereits vor gut zwanzig Jahren taten. Außer Textrecycling – etwa Twisted Sisters »You Can't Stop Rock 'n' Roll« in »All Pistols« – betreiben die Jungs Musik-/Riffrecycling in Höchstform, bedienen sich von A (Alice Cooper) bis S (Skid Row), gelegentlich gehen ihnen dabei sogar die Crashdiet-Kollegen zur Hand. »SEX DRUGS ANARCHY« ist ein spaßiger Zeitvertreib für Poserrock-Freunde. Wer sich nicht an der mangelnden Eigenständigkeit stört, an den ziemlich gleichgelagerten Dutzend Songs, ohne herausstechenden Hitanwärter, der greife zum Drittling der Haarsprayvernichter. (nat)
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