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Johnossi
(2006, V2/Rough Trade VVR1040232P)
Ups – das knallt! Und wie. Anhaltend. Eindringlich. Nachhaltig. Denkt man in den ersten Sekunden, Johnossi alias John plus Ossi bieten allein schüchtern-schrammeliges Gitarrengeklimper zur leicht heiseren Stimme, wird man schnell eines besseren belehrt. Denn die Beiden rocken sich durch ihre Songs, als gelte es sich der Ursprünge des Rocks zu versichern. Die da wären: ungestüme Spielfreude, freundliche Rotzigkeit, angekratzte Melancholie, versteckt hübsche Melodien samt gekonntes Gegröle zu schlenkernden Gitarren, die ruhig mal in die Höhe hoch wimmern dürfen. Und immer wieder ist da diese konzentrierte Schlichtheit, die sagt: Egal, was musikalisch noch alles auf uns zu kommen mag, es geht doch nichts über einen verflucht guten Song, wie man ihn sich sofort live vorstellen kann.
Höhepunkte sind zweifellos Tracks wie »Press Hold«, bei dem Gitarre wie Stimme so kraftvoll klirren, dass selbst Iggy Pop neidisch werden dürfte. Oder der vergleichsweise zurückgenommene wie hinterhältige Titel »Man Must Dance«, der unsereins fingerschnippend am Rande der Tanzfläche hippeln lässt. Also, macht weiter Jungs, lasst es krachen: Wissen wir doch, dass es bei echtem, wirklichen und wahrhaftem Rock allein darum geht, richtig Krach zu machen und Mädchen kennen zu lernen. Und nicht zufällig heißt der (vorerst) letzte Song, dem man lauschen darf, »Summerbreeze«. (frk)
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