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Stereopol
(2011, Fuel For Me Muel)
Oh, ich kann nicht atmen! Wenn ich an diese Zeit zurückdenke! Nostalgie und Aufbegehren! Stereopol singen von allzu bekannte Gefühlszuständen. Von Verlustängsten und Euphoriehoffnungen. Mit hohem Widererkennungwert. Scheinbar rauh und trotzdem fein ausgearbeitet. Nicht weltbewegend aufregend oder das nächste große Ding, aber von unaufgeregter Souveränität: So kommt die selbstbetitelte Debüt-EP der Osloer daher, die mit viel Herzblut ihren Platz in den überfischten Gewässern des angerockten, gitarrenlastigen Indiepop suchen und finden. Das Quartett um Sänger Stig liebt den unerwartenden Stimmungsumschwung: Von der atemlosen Dringlichkeit über die gefühlige Besinnlichkeit bis zu selbstironischer Nabelschau.
Der Song »Soldier Of Tin« kommt mit einem gelassenen Lächeln und einer auf den dritten Blick vertrackten Struktur und frechem Bläsereinsatz daher, »Feet Go Blind« macht Tanzen für Schüchterne möglich und das Sahnestückchen »Time Machine« wagt sogar einen kleinen Schlenker ins Folkpoplager hinüber. Dass die Vier überzeugte Gutmenschen sind, wollen wir ihnen freundlich lächelnd verzeihen.
(emv)
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