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Paper Trees
(2012, Soliti SOL004)
Es ist alles eine Frage der Haltung: Wer selbstbewusst ist, der braucht nicht großmäulig aufzutrumpfen, um Eindruck zu hinterlassen. Black Twig aus Helsinki sind auf selbstverständliche Weise präsent, unaufgeregt und präzise. Das Quartett spielt auf seinem Debütalbum »PAPER TREES« in lässig-zärtlicher Weise noisigen 90er-Gitarren-Indierock, mit dezidierten Grenzüberschreitungen in Richtung poppige Leichtigkeit und ausgedehnten Ausflügen in psychedelisisch ausufernde Gegenwelten der Früh-70er. Sie tun dies, ohne je penetrant oder angestrengt zu wirken. Mit scheppernden Gitarren und cool-schlunzigen Vocals. Grenzgänger eben. Wie George Clooney in »From Dusk Till Dawn«.
Nur auf den ersten Blick klingen diese zehn Songs improvisiert-jammend. Reines Täuschungsmanöver! Diese Vier sind konzentriert und fokussiert bei der Sache. Lassen im hippiesk mäandernden Stückchen »Kouvola« nur kurzzeitig die Zügel los und versinken in repetitiven Klangmustern, bis die langen Haare flattern. Und nein, nein: Im Gegensatz zu vielen unseligen Retrobands geht der Blick von Black Twig eben nicht stur nach hinten, sondern neugierig nach vorne. Die Vier haben keine Scheu vor Zitaten, weil sie offen sind für alles, was des Weges kommt: Auf »What We Bring« werden sie sie geradezu balladig. Nur um im Sahnestückchen »Lake Song« das großstädtische Hipstertum unter dezent rückkopplenden Gitarreneinsatz aufblitzen zu lassen. (emv)
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