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Julero
(2011, Kirkelig Kulturverksted)
Andächtig und auf angenehme Art zurückgenommen. Verspielt und verträumt: So will das A-Capella-Sextett Pust aus Oslo den Geist der Weihnacht auf eine sehr sinnliche Art in die Gegenwart zurückholen. Unverkitscht und konkret. Scheinbar unzeitgemäße Werte wie Besinnung und Demut stehen im Zentrum von »JULERO« (Weihnachtsstille), aber die Sechs machen mühelos mit der Kraft ihrer Stimmen klar, dass hier keine sentimentalen alten Zöpfe geflochten werden. Vergleiche mit den großen skandinavischen A-Capella-Größen wie The Real Group oder Rajaton brauchen die Norweger übrigens nicht zu scheuen, so frisch, selbstbewusst und von souveräner Leichtigkeit kommen sie hier daher.
»JULERO« versammelt eine fein ausgewählte Mischung traditioneller (skandinavischer) Weihnachtslieder und eigenen Kompositionen. Gerade letztere flirten ausgiebig mit dem Pop, ohne dabei jemals ins Süßlich-Sentimentale abzugleiten. Kleine Höhepunkte sind hier »Romjulsdrdrøm« über ein Mädchen-Junge-Feiertagsabenteuer mit dem Besuch der Großmutter oder »I Et Litte Hus« (das kleine Haus) und der Rückkehr der Großstadt-Yuppies ins kleine Heimatdorf. Augezwinkernd voller Heiterkeit. Weihnachten ist doch ein Grund zur Fröhlichkeit! Sagt sogar der Papst! Pust singen den Soundtrack für die lange Zeitspanne, wenn die blaue Dämmerung hereinbricht und die Kerzen am Baum angezündet werden.
(emv)
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