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My Head Is An Animal
(2011, Record Records RECD011)
Of Monsters And Men lassen uns auf ihrem Debütalbum »MY HEAD IS AN ANIMAL« zunächst betreten schlucken: Folkpop zum Mitsingen, zum Mitswingen, zum Mithüpfen! Wie peinlich ist das denn! Völlig falsch gedacht! Denn das Sextett aus Reykjavik, das in seiner Heimat bereits vor Veröffentlichung des Erstlings den nationalen Nachwuchspreis gewonnen hat, zeigt mit Verve, dass einfache Zugänglichkeit und spontanes Wohlgefühl rein garnichts mit mangelndem Tiefgang zu tun haben! Kraftvoll, quietschlebendig, übermütig,verspielt und verträumt kommen die elf Songs daher. Erst beim dritten Hören dämmert einem, dass diese Stücke keineswegs einfach gestrickt sind, sondern geschickt arrangiert und abwechslungsreich und mitunter augenzwinkernd selbstironisch sind. Von wegen verhuschte, kuhäugig naive Waldschrat-Sonderlinge oder kreuzbrave Traditionalisten: Die Großgruppe besitzt genügend Energie und Frische, um ganze Clubs aufzumischen! Denn mit »Little Talks«haben sie ein unwiderstehliche, bläserfanfarendominierte Nummer dabei, die man ohne rot zu werden als Hit bezeichnen kann. Der temperamentvolle, eingängige Song geht einem den ganzen Abend nicht mehr aus dem Kopf!
Durch die Songs von Of Monsters And Men pfeift der rauhe Atlantikwind und knirscht das Holz der alten Fischerboote. Aber auch der Tanzboden ist nicht fern, wie im Gute-Laune-Stückchen »Six Weeks«, an dem die guten alten Slade ihre Freude hätten. Vor allem aber leben die Songs von der Boy-Girl-Dynamik der beiden Sänger Nanna Bryndis Hilmarsdóttir und Ragnar þórhallsson, die sich umschmeicheln und umgarnen wie die Lovecats. Ohne die nachdenklichen Töne zu vernachlässigen und zwischendurch leise und beseelt daherzukommen. Die jungen Isländer lassen immer wieder eine große Zärtlichkeit durchschimmern, einenungebrochenen Optimismus, der nicht dick aufgetragen werden muss. Über diesem Album scheint ein Lächeln, selbst wenn die Wolken tief hängen. (emv)
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